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Ernährung für alte Hunde

Die Schnauze wird grau, die Spaziergänge kürzer – und plötzlich merken Sie, dass Ihr Vierbeiner nicht mehr der junge Wirbelwind von früher ist. Jetzt ist ein nährstoffreiches Futter wichtiger denn je. Mit der richtigen Ernährung für alte Hunde können Sie typische Altersbeschwerden lindern, das Wohlbefinden steigern und Ihrem Liebling noch viele gute Jahre schenken. Wir erklären, was Sie bei der Fütterung von Hundesenioren beachten sollten.

Ab wann gelten Hunde als alt?

Wann ein Hund zum Senior wird, hängt stark von Größe und Rasse ab. Kleine Hunderassen wie Chihuahuas oder Dackel altern langsamer und zählen oft erst ab zehn bis 12 Jahren als Hundesenioren. Große Hunde wie Deutsche Doggen oder Berner Sennenhunde altern deutlich früher und gelten häufig schon mit sechs oder sieben Jahren als alt.

Als grobe Faustregel gilt: Je größer der Hund, desto früher beginnt der Alterungsprozess.

Ob Ihr Haustier bereits das Seniorenalter antritt, können Sie optisch erkennen: Das Fell wird vor allem an der Schnauze grauer und die Nase wird trüber.

Wie verändert sich der Energiebedarf bei Seniorhunden?

Mit voranschreitendem Alter lassen es die meisten Vierbeiner gemütlicher angehen. Aus agilem Hundesport werden entspannte Spaziergänge – und das Körbchen wird zum liebsten Platz.

Weniger Bewegung bedeutet automatisch einen geringeren Kalorienverbrauch. Gleichzeitig verbrennt der Körper auch im Ruhezustand (z. B. liegend oder sitzend) weniger Energie als früher. Diese Kombination erklärt, warum viele Hundesenioren schneller zunehmen – selbst dann, wenn sie scheinbar genauso viel fressen wie immer.

Ernährung für alte Hunde mit niedrigem Energieverbrauch
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Futter für Senioren: Welche Nährstoffe sind für alte Hunde wichtig?

Die richtige Ernährung für alte Hunde ist mehr als nur Kalorienzählen. Während der Energiebedarf sinkt, steigt der Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Hochwertige, leicht verdauliche Proteine, Vitamine für Hunde, Antioxidantien und gut verträgliche Futterbestandteile helfen dem Körper, mit der Veränderung des Alterns besser umzugehen.

Den Alterungsprozess aufhalten lässt es sich damit nicht – aber deutlich angenehmer gestalten.

Hundesenioren brauchen mehr Protein

Lange galt die Annahme, dass die Ernährung alter Hunde eiweißarm sein müsste. Heute weiß man: Das Gegenteil ist der Fall. Um den Muskelabbau – die sogenannte Sarkopenie – zu bremsen und die Muskeln besser zu erhalten, benötigen Hundesenioren hochwertiges Eiweiß. Da der Körper im Alter Eiweiß schlechter verwertet, darf die Proteinzufuhr etwas höher als bei Jungtieren ausfallen.

Gut geeignet sind leicht verdauliche Proteinquellen wie mageres Muskelfleisch, Herz oder Fisch. Auch Hähnchen und Pute belasten den Verdauungstrakt kaum und liefern wertvolle Aminosäuren.

Ballaststoffe für die Darmgesundheit

Mit zunehmendem Alter wird auch der Darm träger. Der Darminhalt verweilt länger im Verdauungstrakt, entzieht dem Körper mehr Wasser und wird fester – festerer Stuhl bis hin zur Verstopfung sind bei seniorigen Vierbeinern keine Seltenheit.

Ballaststoffreiches Hundefutter für alte Hunde
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Ein erhöhter Ballaststoffgehalt im Futter kann hier Abhilfe schaffen. Ballaststoffe wie Flohsamenschalen, Kürbis, gekochte Kichererbsen oder Karotten fördern die Darmbewegung und sorgen für eine geregelte Verdauung. Zusätzlich fördern sie eine gesunde Darmflora und stärken die Darmbarriere, die eine wichtige Schutzfunktion gegen Krankheitserreger übernimmt.

Das richtige Futter für ein starkes Immunsystem

Auch das Immunsystem wird mit den Hundejahren weniger leistungsfähig. Die Abwehrkräfte lassen nach, und ältere Hunde werden anfälliger für Infektionen und Erkrankungen. Dem lässt sich mit der richtigen Ernährung entgegenwirken.

B-Vitamine unterstützen den Zellstoffwechsel, Zink stärkt die Abwehrkräfte und Antioxidantien wie Vitamin C und E schützen die Zellen vor oxidativem Stress. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl können zusätzlich entzündungshemmend wirken – was wiederum das Immunsystem Ihres Hundes stärkt.

Was sollten alte Hunde nicht fressen?

Nicht alles, was Jungtiere bekommen, ist auch für Senioren geeignet. Stark fettreiche Snacks und Kauartikel können den trägen Stoffwechsel überfordern und zu Verdauungsproblemen führen. Auch Schweineohren oder fettige Rinderhaut sind für die Ernährung alter Hunde mit Gewichtsproblemen weniger geeignet. Greifen Sie stattdessen zu mageren Alternativen wie Kauartikeln vom Strauß, Känguru oder Hirsch.

Auch zu salzige oder stark gewürzte Lebensmittel vom Esstisch haben im Futternapf nichts verloren – sie belasten Nieren und Herz, die im Alter ohnehin anfälliger sind.

Alte Hunde nicht mit salzigen oder stark würzigen Lebensmitteln füttern.
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Wie oft sollten Sie alte Hunde füttern?

Die Fütterungsweise ist bei Hundesenioren mindestens genauso wichtig wie das Futter selbst. Große Portionen belasten den Magen-Darm-Trakt und können zu Völlegefühl, Aufstoßen oder Verdauungsproblemen führen.

Zwei bis drei kleinere Mahlzeiten pro Tag sind besser verträglich und sorge für eine gleichmäßige Energiezufuhr. Behalten Sie dabei die Nährstoffdichte im Auge. Einfach weniger vom bisherigen Futter zu geben, führt oft zu einer Unterversorgung. Hochwertiges Seniorenfutter liefert zuverlässig Vitamine und Mineralstoffe auch bei reduzierter Futtermenge.

Wann ist spezielles Seniorenfutter sinnvoll?

Seniorenfutter ist kein Marketing-Gag, sondern auf die veränderten Bedürfnisse älterer Hunde abgestimmt. Es enthält in der Regel weniger Kalorien, mehr hochwertige Proteine und ist mit gelenkunterstützenden Nährstoffen sowie Antioxidantien angereichert. Für die Ernährung alter Hunde ist es daher eine sinnvolle Wahl, vor allem wenn bereits altersbedingte Beschwerden wie Übergewicht, Gelenkprobleme oder Verdauungsschwierigkeiten auftreten.

Ist Ihr Vierbeiner hingegen noch fit, hält sein Gewicht und verträgt das bisherige Futter gut, kann die Futterwahl auch für den Senior beibehalten werden. Hilfreich kann es sein, wenn Sie das Hundefutter vorab leicht zerkleinern.

Unser Tipp: Sobald sich das Gewicht, Fell oder die Aktivität Ihrer Fellnase verändert, lohnt sich ein Futterwechsel. Im Zweifel passen Sie die Ernährung in Absprach mit einer tierärztlichen Fachkraft ab.
Seniorfutter mit entzündungshemmenden Nährstoffen tut alten Hunden gut
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Trockenfutter oder Nassfutter: Was ist für alte Hunde besser?

Eine pauschale Antwort gibt es bei dieser Frage nicht. Trockenfutter ist praktisch, lange haltbar und kann durch seine Konsistenz die Zahnpflege unterstützen. Nassfutter liefert zusätzliche Flüssigkeit und ist oft leichter zu kauen.

Hat Ihr Hund Zahnprobleme wie lockere Zähne, Zahnfleischentzündungen oder fehlende Zähne, sollten Sie Trockenfutter in warmem Wasser einweichen, sodass es sich besser kauen lässt. Alternativ bietet sich eine Mischung aus Trocken- und Nassfutter an. Der positive Nebeneffekt: Eingeweichtes Futter erhöht die Flüssigkeitsaufnahme – ein Pluspunkt für Nieren und Stoffwechsel, die im Alter mehr Unterstützung brauchen.

Sollten Sie bemerken, dass Ihr Vierbeiner im Alltag zu wenig trinkt, dann geben Sie ihm lieber Nass- statt Trockenfutter.

Dürfen Hundesenioren noch Leckerlis essen?

Ein häufiger Futterfehler im Alter: Die Portionen werden zwar verkleinert, aber die Leckerli-Menge bleibt gleich. Dabei machen Snacks oft einen erheblichen Teil der täglichen Kalorienzufuhr aus.

Sie dürfen Ihren Liebling weiterhin belohnen, aber rechnen Sie die Leckerchen in die Tagesration ein, um Übergewicht und die daraus resultierenden Probleme für das Herz-Kreislauf-System, die Gelenke und das Herz zu umgehen.

Leckerchen fuer alte Hunde
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Welche Leckerlis und Kausnacks sind für alte Hunde geeignet?

Wählen Sie für Ihren Seniorhund fett- und kohlenhydratarme Leckerchen, die gut verdaulich sind und den Stoffwechsel nicht überfordern. Getrocknetes Muskelfleisch, Lunge oder Kausnacks vom Hirsch, Strauß oder Känguru liefern Protein und wenig Fett.

Auf Leckerlis mit Zucker oder bindegewebsreiche Kauartikel, wie zum Beispiel Schweineohren, sollten Sie stattdessen verzichten.

Die richtige Ernährung alter Hunde mit Zahnproblemen

Zahnprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden bei älteren Hunden. Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und lockere Zähne können nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch die Nahrungsaufnahme erschweren.

Nicht jeder Hundesenior kann noch kräftig zubeißen. Bei Fellnasen mit fortgeschrittenen Zahnproblemen oder fehlenden Zähnen sind weiche, semi-moist Kausnacks wie Entenbrust mit Kichererbsen oder Hühnerbrust mit Apfel sinnvoll.

Leckerli für alte Hunde, Entenbrust mit Kichererbsen und Rote Bete
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Was sollten alte Hunde bei Arthrose fressen?

Arthrose zählt zu den häufigsten Erkrankungen bei älteren Hunden. Der schützende Knorpel baut sich nach und nach ab, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Über die Ernährung lässt sich der Krankheitsverlauf nicht stoppen, aber positiv beeinflussen.

Bestimmte Futterbestandteile können entzündungshemmend wirken und die Gelenkgesundheit unterstützen. Grünlippenmuschelextrakt liefert natürliches Glucosamin und Chondroitin – Bausteine, die der Körper für den Knorpelaufbau benötigt. Auch Kurkuma und Weihrauch werden traditionell bei Gelenkbeschwerden eingesetzt.

Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl können Entzündungsprozesse im Körper reduzieren. Kausnacks vom Hirsch enthalten von Natur aus wertvolle Nährstoffe für die Gelenke und sind gleichzeitig fettarm.

Gut zu wissen: Bei Gelenk-Nährstoffen ist Geduld gefragt. Anders als Schmerzmittel wirken sie nicht sofort. Meist dauert es mehrere Wochen bis Monate regelmäßiger Fütterung, bis eine Verbesserung spürbar wird. Dranbleiben lohnt sich aber – viele Hundehalter berichten von deutlich mehr Bewegungsfreude bei ihren Senioren.