Der Apportierbeutel fliegt im hohen Bogen ins Gras, doch Ihr Hund bleibt sitzen und merkt sich genau die Stelle, an der er gelandet ist. Erst auf Ihr Signal schießt er los, schnappt sich die Beute und bringt sie freudig zurück. Diese Mischung aus Konzentration, Impulskontrolle und Apportierfreude macht das Dummytraining mit dem Hund so reizvoll. Wie der Einstieg in die Dummyarbeit effektiv funktioniert und welche Vorteile das Training für Ihre Fellnase bietet, erklären wir in unserem Ratgeber.
Was ist Dummytraining und für welche Hunde eignet es sich?
Entwickelt wurde die Methode in Großbritannien, um Jagdhunde außerhalb der Saison auszubilden, ohne lebendiges Wild zu stören – insbesondere während der Brutzeit. Der Dummy, ein gefüllter Stoffbeutel, ersetzte dabei die Beute. Im Mittelpunkt stehen bis heute bei dieser Art von Hundetraining drei Aufgaben:
- das Markieren der Fallstelle
- das Suchen im Gelände
- das saubere Apportieren zurück zur Hand.
Doch längst ist die Dummyarbeit kein reines Jagdhunde-Thema mehr. Ob kleiner Terrier oder großer Retriever – fast jeder bewegungsfreudige Vierbeiner hat Freude daran, seinen Jagdinstinkt auf ungefährliche Weise auszuleben.
Wer den Rückbringen-Teil von Grund auf aufbauen möchte, findet in unserem Magazin eine eigene Anleitung zum Apportieren üben.
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Vorteile des Dummytrainings
Die Arbeit mit dem Dummy ist weit mehr als ein netter Zeitvertreib. Sie verbindet Kopf- und Körperarbeit und ist damit eine artgerechte Beschäftigung, die Ihren Vierbeiner auslastet, ohne ihn zu überdrehen.
Diese Punkte sprechen fürs Training:
- Geistige Auslastung: Suchen, Merken und Apportieren fordern Konzentration und Nasenarbeit.
- Körperliche Bewegung: Laufen, Stöbern und Tragen halten fit, ohne zu überlasten.
- Starke Bindung: Sie agieren als Team, das Vertrauen zwischen Mensch und Tier wächst.
- Kanalisierter Jagdinstinkt: Der natürliche Trieb findet ein sinnvolles, ungefährliches Ventil.
- Bessere Impulskontrolle: Das Warten auf das Signal schult Ruhe und Selbstbeherrschung.
- Flexibel im Alltag: Die Übungen klappen im Garten, im Wald oder auf dem Spaziergang.
Welche Voraussetzungen muss Ihr Hund mitbringen?
Bevor der erste Wurf gelingt, sollten ein paar Grundlagen sitzen. Ihr Hund sollte zuverlässig abrufbar sein, an lockerer Leine bei Fuß gehen und sich nicht von jedem Reiz ablenken lassen. Diese Basis bauen Sie am besten mit kurzen, fröhlichen Einheiten und passenden Trainingsleckerlis auf, die schnell verschlungen sind und den Trainingsfluss nicht unterbrechen.
Folgende Grundkommandos sollten ohne Zögern abrufbar sein, bevor Sie loslegen:
- Sitz, Platz und Bleib: Ruhe- und Wartepositionen
- Bei Fuß: kontrollierte Führung an Ihrer Seite
- Hier oder Komm: zuverlässiger Rückruf aus jeder Situation
- Guck: Aufmerksamkeit auf Sie lenken
- Such und Weiter: Suche starten und in Bewegung bleiben
- Bring’s beziehungsweise Apport: aufnehmen und zur Hand bringen
- Aus, Schluss und Nein: Abbruch- und Beenden-Signale
Junghunde im Wachstum starten mit reduzierten Distanzen und kurzen Spieleinheiten. Das volle Programm mit weiten Würfen folgt erst, wenn die Gelenke ausgereift sind.
Welcher Futterdummy für Hunde ist der richtige?
Welches Modell passt, hängt von Größe und Statur Ihres Tieres ab: Ein zu schwerer Futterdummy demotiviert, ein zu leichter wird nicht ernst genommen. Klassische Modelle bestehen aus Canvas oder Segeltuch und sind mit Kunststoffgranulat gefüllt.
Für den Einstieg ins Dummytraining eignet sich Apportierbeutel mit Öffnung, in das Sie kleine Belohnungen für den Hund stecken können.

Zum Befüllen greifen Sie zu geruchsintensiven Hunde-Leckerchen, die den Suchtrieb wecken.
Reagiert Ihr Tier empfindlich auf Weizen und Co., sind getreidefreie Hunde-Snacks die verträglichere Wahl.
Wer gern selbst backt, findet in unserem Rezept für Hundekekse ohne Getreide eine schnelle Variante für die Beutelfüllung.
Wie gewöhnen Sie Ihren Hund an den Futterdummy?
Damit aus dem fremden Beutel ein begehrtes Objekt wird, gehen Sie spielerisch vor. Lassen Sie Ihren Vierbeiner zunächst nur daran schnuppern und loben Sie jedes Interesse. Im nächsten Schritt bringen Sie ihm bei, ihn auf ein Signal hin auszuhändigen – dafür gibt es eine Belohnung mit einem Trainingsleckerli aus der Hand.
Sitzt das Aushändigen, verstecken Sie ihn in der Wohnung und schicken Ihr Tier erst auf Kommando los. Bleibt die Lust einmal aus, hilft ein Blick in unsere Tipps, wie Sie Ihren Hund weiter motivieren.
Grundlagen Dummytraining mit Hund: Schritt für Schritt erklärt
Ein roter Faden hilft, das Dummytraining strukturiert aufzubauen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Grundkommandos festigen: Abruf, Sitz und Bleib müssen ohne Ablenkung klappen.
- Futterdummy kennenlernen: Interesse wecken und das Aushändigen auf Signal üben.
- Kurze Distanz: die Attrappe wenige Meter sichtbar werfen und apportieren lassen.
- Arbeit auf Sicht: die Entfernung vergrößern und die Fallstelle merken lassen.
- Arbeit über die Nase: versteckte Attrappen im Gelände aufspüren.
- Steigern und variieren: mehrere Dummys, größere Distanzen, neue Umgebungen.
Welche Dummy-Übungen eignen sich für Anfänger?
Das Dummytraining kennt viele Abwandlungen. Für den Start genügen zwei Hauptaktionen, die sich später beliebig kombinieren lassen: der Markierapport über die Augen und die Freiverlorensuche über die Nase.
Markierapport: die Arbeit über die Augen
Beim Markierapport lernt Ihr Hund, Entfernungen richtig einzuschätzen, auch wenn der Sichtkontakt kurz unterbrochen wird. Die Aufgabe lautet, die Fallstelle anhand der Flugbahn zu erkennen, sie sich zu merken und die Attrappe anschließend sicher zu finden. Mit etwas Übung behält Ihr Tier den Fallort sogar über einen längeren Zeitraum im Kopf.

Diese Disziplin besteht aus mehreren Teilschritten, die Sie nach und nach verbinden. Am wirkungsvollsten führen Sie Ihren Vierbeiner Schritt für Schritt an die einzelnen Aufgaben heran. Weil die Signale fordernd sind, achten Sie darauf, ihn nicht zu überlasten, sonst stellt sich rasch Lustlosigkeit ein.
Starten Sie mit dem Markieren auf Sicht: Hier arbeitet Ihr Tier mit den Augen statt mit der Nase. Leinen Sie ihn an, werfen Sie den Futterdummy an eine gut sichtbare Stelle, lösen Sie die Leine und geben das Kommando „Such“. Im besten Fall läuft er direkt zur Fallstelle und apportiert. Wollen Sie die Schwierigkeit steigern, werfen Sie mehrere Attrappen gleichzeitig oder vergrößern die Distanz.
Freiverlorensuche und Einweisen: die Arbeit über die Nase
Während der Markierapport das Auge schult, läuft die Freiverlorensuche über den Geruchssinn. Dabei legen Sie den Futterbeutel in einem vorher festgelegten Gebiet aus, sodass die Fallstelle Ihrem Vierbeiner unbekannt bleibt. Ziel ist, dass er das Areal selbstständig absucht und die Beute zuverlässig zurückbringt.
Belohnen Sie die Ausdauer beispielsweise mit einem Hundekeks oder weichen Leckerchen, die sich auch im hohen Gras gut verfüttern lassen, denn die Aufgabe kostet Kraft und Konzentration.
Sind Sie ein eingespieltes Team, wird das Einweisen interessant. Dabei lotsen Sie Ihren Vierbeiner ausschließlich über Signale zur Fallstelle und navigieren ihn mit Richtungskommandos wie links, rechts und voran ans Ziel, selbst wenn er die Stelle nie gesehen hat.
Diese Königsdisziplin verlangt Geduld: die einzelnen Richtungssignale können Sie aber gut vorab in den Alltag einbauen. Wer zwischendurch mehr Geschwindigkeit und Laufeinheiten sucht, findet im Agility-Training eine schöne Ergänzung.
Der erste Wurf wartet
Sie brauchen weder Spezialausrüstung noch einen Trainingsplatz, um zu starten – ein gefüllter Beutel, ein klares Signal und der nächste Spaziergang genügen. Beginnen Sie heute mit einer ersten kurzen Einheit, und Sie werden schnell spüren, wie viel Konzentration und Lebensfreude das Dummytraining in Ihrem Hund weckt. Jede gelungene Apportierübung schweißt Sie als Team enger zusammen.
Häufige Fragen zum Dummytraining mit Hund
Welches Dummy-Gewicht ist für welchen Hund optimal?
Das passende Gewicht richtet sich nach Größe und Trainingsstand des Tieres. Diese Werte dienen als Orientierung: kleine Vierbeiner bis 10 Kilogramm können beim Dummytraining einen Futterbeutel mit einem Gewicht von 150-250 g apportieren. Mittelgroße Tiere (10-15 Kilo schwer) zwischen 300-400 g und große Hunde über 25 Kilo können 500 g und mehr in der Dummyarbeit tragen. Tipp: Wirkt Ihr Vierbeiner unmotiviert, wählen Sie die leichtere Variante.
Ab welchem Alter kann mein Hund mit dem Dummytraining starten?
Spielerische Übungen sind schon im Welpenalter möglich, etwa das erste Beschnuppern oder kurze Apportierspiele. Ein forderndes Training mit weiten Würfen und langen Suchphasen sollte erst nach Abschluss des Wachstums beginnen, meist mit zwölf bis 18 Monaten – bei großen Rassen später.
Wie gewöhne ich meinen Hund an den Futterdummy?
Lassen Sie Ihren Vierbeiner zunächst nur schnuppern und loben jedes Interesse entweder mit Streicheleinheiten oder Leckerlis. Danach üben Sie das Aushändigen auf Signal und verstecken den Futterdummy kurz in der Wohnung. Kleine Trainingssnacks aus der Hand gefressigen sind eine gute Belohnung und festigen jeden Schritt.
Womit am besten den Futterdummy befüllen?
Gut geeignet sind geruchsintensive, schnell fressbare Happen wie kleine Trainingsleckerlis oder weiche Würstchenstücke. Sie wecken den Suchtrieb, ohne lange zu beschäftigen. Bei empfindlichem Magen sind getreidefreie Varianten die mildere Wahl.
Wie oft sollte ich das Dummytraining mit meinem Hund trainieren?
Zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche von zehn bis 15 Minuten reichen für stetige Fortschritte. Lieber häufig und kurz als selten und lang – so bleibt die Konzentration hoch und die Freude erhalten.
Hunde-Kausnacks Magazin

