Halb drei in der Nacht und vom Hundebettchen kommt wieder dieses hohe Fiepen. Die erste Woche mit einem Hundebaby fühlt sich für viele an wie die erste Woche mit einem Neugeborenen. Ein Hundejunge muss das Schlafen auch erst erlernen. Im Ratgeber lesen Sie, wie Sie Ihrem Welpen durschlafen beibringen können, wie viel Schlaf junge Vierbeiner benötigen und welche Abendroutine eine gesunde Nachtruhe fördert.
4 Gründe, warum Welpen nachts oft wach werden
Der Satz „Mein Welpe schläft nachts nicht durch“ fällt in jeder Welpengruppe, meist schon in der zweiten Woche. Eine einzige Erklärung, warum ein Welpe nicht durchschläft, gibt es für die lückenhafte Nachtruhe nicht. Meist ist es ein Mix aus verschiedenen Situationen:
- Die zu kleine Blase: die Hundeblase fasst noch zu wenig und das Zurückhalten kann ein junger Hund in diesem Alter körperlich noch nicht steuern. Der häufigste Grund und der einzige, warum ein Welpe nachts nicht durchschläft, der sich nicht wegtrainieren lässt.
- Verunsicherung: Bis vor Kurzem lag Ihr Hundebaby zwischen Wurfgeschwistern und Mutter. Allein in einem stillen Raum fehlt ihm schlicht die Wärme und das Geräusch der anderen.
- Langeweile: Fiepen bringt Aufmerksamkeit. Das hat ein Hundebaby nach zwei Nächten verstanden.
- Übermüdung: Der am meisten unterschätzte Punkt. Ein überdrehtes Jungtier wirkt hellwach, ist aber in Wahrheit erschöpft.
Oftmals treten die vier Punkt gleichzeitig auf: Ihr Hundebaby quengelt, weil es raus muss, dreht danach auf, weil es einmal wach war und kommt anschließend nicht mehr zur Ruhe.
Tagsüber, wenn das Jungtier wach ist und herumwuselt, wird es oft deutlich knapper, dann sind es eher ein bis zwei Stunden. Eine bewusste, verlässliche Kontrolle über die Blase entwickelt sich beim Hund ohnehin erst ab der 14. bis 16. Lebenswoche. Bis dahin ist nächtliches Rausmüssen schlicht Anatomie: Ein Welpe kann nachts nicht durchschlafen, weil er es körperlich noch nicht kann.
Ab wann schlafen Welpen durch? Der realistische Zeitrahmen
Aus der Blasenentwicklung lässt sich ableiten, wann die Nacht am Stück überhaupt möglich wird: Vor der 14. bis 16. Lebenswoche fehlt dafür schlicht die körperliche Voraussetzung. Alles, was Sie davor an Training investieren, zahlt auf den nächtlichen Rhythmus ein, nicht auf die Blasenkontrolle.

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Rechnen Sie deshalb mit etwa vier Monaten, bevor die meisten Welpen nachts verlässlich durchschlafen. Manche schaffen es früher, andere brauchen bis in den fünften oder sechsten Monat. Beides liegt im Rahmen, und beides sagt nichts über Ihre Welpenerziehung aus.
Auch Rückschritte kann es bei der gelernten Schlafroutine ebenfalls geben. Der Zahnwechsel, ein Umzug, ein neues Familienmitglied oder die Junghundphase können einen längst zuverlässigen Schläfer wieder häufiger nachts wach werden lassen. Das Jungtier hat das Durchschlafen dann nicht direkt verlernt, es reagiert auf eine Veränderung.
Schlafbedarf nach Alter: Wie lange schlafen Welpen?
Schlaf ist im ersten Lebensjahr reine Wachstumsarbeit. Im Tiefschlaf werden Wachstumshormone ausgeschüttet, das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren und das Nervensystem sortiert, was der Tag an Eindrücken gebracht hat. Ohne diese Reizverarbeitung gerät auch die Gehirnentwicklung des Tieres ins Stocken.
Kurz gesagt: Ihr Hundebaby wächst, während es schläft. Deshalb ist Schlafen in diesem Alter so wertvoll.
Junge Fellnasen schlafen erheblich mehr als erwachsene, und der Schlafbedarf sinkt in den ersten Monaten Schritt für Schritt:
| Alter | Schlaf und Ruhe pro Tag |
| 0 bis 8 Wochen | 20 bis 22 Stunden (meist noch beim Züchter) |
| 9 bis 12 Wochen | 18 bis 20 Stunden |
| 3 bis 6 Monate | 16 bis 18 Stunden |
Diese Stunden kommen nicht am Stück zusammen. Der Welpenschlaf verteilt sich auf viele Nickerchen über den ganzen Tag, dabei verschiebt sich der Schlafrhythmus sich erst nach und nach in Richtung Nacht. Die Schlafdauer am Stück wächst dabei langsam mit. Darin liegt die eigentliche Hürde: Den langen Block in der Nacht muss Ihre Fellnase erst lernen, bevor sie durchschlafen kann.
Merkmale, dass der Welpe zu wenig schläft
Kommt Ihr Liebling tagsüber nicht auf seine Stunden, wird die Nacht schlechter, nicht besser. Fehlender Tagschlaf ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass ein Welpe nachts nicht durchschläft.
Das Tückische daran: Ein Junghund, der zu wenig schläft, wirkt nicht müde, sondern aufgedreht.
An diesen Zeichen erkennen Sie, dass Ihr Welpe zu wenig Schlaf bekommt:
- Er beißt in Hosenbeine, Ärmel oder Hände, obwohl er das sonst nicht tut
- Er dreht auf und tobt durch die Wohnung, ohne sich noch ansprechen zu lassen
- Bekanntes klappt plötzlich nicht mehr, weil die Konzentration fehlt
- Er kommt selbst dann nicht zur Ruhe, wenn nichts mehr passiert
Hundemüde: Anzeichen, dass Ihr Welpe schlafen sollte
Ihr Jungtier zeigt sein Ruhebedürfnis, bevor es überdreht. Vier Signale verraten Ihnen, dass jetzt ein Nickerchen ansteht:
- Gähnen, obwohl gerade nichts anstrengend war
- langsame Bewegungen, das Tempo fällt sichtbar ab
- Rückzug an einen ruhigen Platz
- die Augen fallen im Sitzen immer wieder zu
Kommen Sie diesen Zeichen zuvor, statt sie abzuwarten. Ein Hundebaby, das tagsüber rechtzeitig schlafen darf, wird auch nachts schlafen, ohne dass Sie viel dafür tun müssen.

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Schlafplatz für die Nacht: Box, Hundebett und der richtige Standort
Wo soll Ihr Liebling schlafen? Ob Hundebox, Hundebett oder weiches Kissen, alles wichtig – spielt neben dem Schlafplatz jedoch eine untergeordnete Rolle. Hundetrainer Martin Rütter empfiehlt für die Nacht ausdrücklich einen Schlafplatz in Ihrer Nähe, damit sich der junge Hund sicher und geborgen fühlt. Praktischer Nebeneffekt: Sie merken sofort, wenn die kleine Fellnase unruhig wird, weil sie raus muss. Damit bleibt Ihnen die nasse Überraschung am Morgen erspart.
Die Box oder das kuschelige Hundebett dienen als gemütlicher Rückzugsort. Beim Boxentraining lassen Sie die Tür anfangs offen, füttern darin und machen den Platz Schritt für Schritt zur Höhle. Erst wenn Ihr Jungtier freiwillig hineingeht, wird die Box zum Schlafplatz für die Nacht.
Legen Sie bei beiden Optionen etwas Vertrautes hinein, zum Beispiel eine Decke, die nach den Wurfgeschwistern riecht. Dieser vertraute Geruch beruhigt in den ersten Nächten mehr als jedes Kuscheltier.

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Gewöhnen Sie Ihren Welpen auch tagsüber an den gewählten Schlafplatz, indem Sie ihn dorthin locken und mit einem Leckerchen bestätigen, wenn er von sich aus hineingeht.
Das Jungtier in den ersten Wochen in einem anderen Raum einzuschließen, ist dagegen keine gute Idee. Es hat Angst, und diese Angst verschwindet nicht dadurch, dass niemand kommt. Allein schlafen lernt Ihr Welpe später, in der Eingewöhnung zählt zunächst die Nähe zur Bezugsperson.
Abendroutine statt Auspowern: so fährt Ihr Welpe herunter
Junge Hunde brauchen keinen strengen Plan, aber Wiederholung. Ein grober Zeitplan mit ungefähr gleichen Schlafzeiten, Fütterungen und Ruhezeiten gibt Ihrem Hundebaby Halt. Aus diesem Tagesablauf entsteht über die Wochen eine Schlafroutine.
Der verbreitetste Rat lautet, das Jungtier vor der Nacht ordentlich auszupowern. Er ist gut gemeint und führt oft in die falsche Richtung. Ein unausgeruhter Welpe wird nicht ruhig, sondern überdreht. Zappelt Ihr Hund abends herum, braucht er meist keine weitere Gassirunde, sondern das Gegenteil.
Woran Sie erkennen, dass es zu viel war? Achten Sie auf diese Signale:
- Hecheln, obwohl es weder warm noch anstrengend war
- Kratzen ohne Juckreiz
- Gähnen, das nicht nach Müdigkeit aussieht
- angelegte Ohren
- eine Falte am Maulwinkel
Der Abend gehört deshalb der Entschleunigung. Statt eines ausgiebigen Spaziergangs reicht eine Löserunde, also der kurze Gang vor die Tür, bei dem es nur ums Geschäft geht und nicht ums Schnüffeln und Erkunden.
Wollen Sie Ihr Hundebaby noch beschäftigen, wählen Sie Kopfarbeit statt Toben: Ein paar Schnüffelspiele auf der Decke ermüden angenehm und regen nicht auf. Fünf bis zehn Minuten genügen völlig.
Bei der letzten kurzen Gassi-Runde vor der Nacht lohnt sich Geduld. Junge Hunde vergessen draußen gern, warum sie eigentlich vor die Tür sollten. Nehmen Sie ein paar Trainingsleckerlis mit und belohnen Sie sofort, wenn er sein Geschäft erledigt hat. Das beschleunigt die Stubenreinheit und senkt die Zahl der nächtlichen Ausflüge.
Abschalten lernen mit Ruhetraining und Deckenzeiten
Wie auch bei uns Menschen, funktioniert das Schlafen nicht auf Kommando. Beim Ruhetraining üben Sie sie in kleinen Portionen: Decke ausbreiten, Ihr Hundejunges legt sich darauf und Sie bleiben ruhig daneben sitzen. Zwei Minuten reichen am Anfang völlig.
Feste Deckenzeiten über den Tag verteilt machen daraus eine Gewohnheit, etwa nach dem Fressen und nach jedem Spaziergang. Die Decke ist dabei kein Kommando zum Stillliegen, sondern eine Einladung zur Entspannung. Räumen Sie sie danach weg, dann behält sie ihre Bedeutung. So lernt Ihr Vierbeiner Ruhe als etwas Angenehmes kennen, und nicht als Strafe.

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Die letzte Mahlzeit servieren Sie etwa drei Stunden vor der Nachtruhe und halten die Portion kleiner als tagsüber. Ein voller Magen ist unangenehm und lässt auch Vierbeiner nicht zur Ruhe kommen.
Zum Ausklang darf gekaut werden. Kauen beruhigt, senkt die Anspannung und leitet die Nacht ein. Ein weicherer Kauartikel oder ein getrocknetes Rinderohr eignen sich für einen Junghund gut, solange das Milchgebiss noch im Wechsel ist. Wichtig: Diese Kauzeit findet unter Ihrer Aufsicht statt und endet, bevor Ihre kleine Fellnase in sein Bettchen geht.
Welpe fiept nachts oder atmet schnell – das hilft jetzt!
Ein Hundebaby schläft nachts nicht durch, solange es sich unsicher fühlt – und die ersten Nächte sind für beide Seiten anstrengend. Fiept, winselt oder bellt Ihr Welpe, bleiben Sie ruhig und lassen Sie ihn nicht mit seiner Angst allein. Ein leises Wort oder eine Hand am Körbchen genügen meist, um ihn wieder herunterzubringen.
Muss er raus, gehen Sie mit ihm nach draußen, aber ohne großes Programm: kein helles Licht, kein Spiel oder grosses Gespräch. Geschäft erledigt, zurück ins Bettchen. So bleibt die Nacht Nacht.
Gut zu wissen: Nächtliches Winseln gehört in den ersten Wochen dazu und sagt nichts darüber aus, ob Ihr Hund später allein schlafen kann.
Was Sie sich nachts sparen sollten:
- Ihr Hundejunges aus dem Körbchen holen und mit ihm spielen. Damit lernt er, dass sich Fiepen lohnt.
- Ihn ignorieren und die Tür schließen. Angst wird dadurch größer, nicht kleiner.
- Einen Kausnack über Nacht ins Bettchen legen. Unbeaufsichtigt ist das ein Verschluckungsrisiko, gerade beim Milchgebiss. Die Kauzeit gehört an den Abend, unter Aufsicht, mit Trainingssnacks für zwischendurch.
Hechelt Ihr Welpe nachts anhaltend, obwohl es weder warm noch aufregend war, lohnt ein genauerer Blick. Die möglichen Ursachen reichen von Aufregung bis zu gesundheitlichen Gründen und haben wir im Beitrag Hund hechelt nachts gesammelt.
Welpe atmet schnell im Schlaf – ist das normal?
Viele Hundehalterinnen und -halter erschrecken in den ersten Wochen, wenn ihr Welpe im Schlaf plötzlich schnell und flach atmet. In den allermeisten Fällen ist das harmlos. Ihre Fellnase träumt. Und in der Traumphase wird die Atmung unregelmäßig und deutlich schneller. Kurzzeitig sind dabei sehr hohe Frequenzen möglich. Sobald die Phase vorbei ist und Ihr Hundejunge in den Tiefschlaf gleitet, beruhigt sich die Atmung wieder von allein.
Zum Tierarzt gehört die schnelle Atmung, wenn eines dieser Zeichen dazukommt:
- Die Frequenz bleibt auch im ruhigen Wachzustand dauerhaft über 40
- Ihr Welpe atmet in Ruhe durch das offene Maul, ohne dass ihm warm ist
- Die Atmung sieht angestrengt aus, der Bauch presst sichtbar mit
- Zahnfleisch oder Zunge verfärben sich bläulich oder blass
- Husten, Teilnahmslosigkeit oder Fressunlust kommen hinzu
Ein banaler Auslöser wird oft übersehen: Junghunde regulieren ihre Körpertemperatur noch schlechter als erwachsene Hunde. Ist der Schlafplatz zu warm oder liegt er neben der Heizung, atmet Ihr kleiner Liebling schneller, um sich herunterzukühlen. Ein kühlerer, gut belüfteter Platz löst das Problem manchmal über Nacht.
So wird aus Ihrem Welpen ein entspannter Schläfer
Der Weg dorthin ist kürzer, als er sich um halb drei anfühlt. Mit einem Schlafplatz in Ihrer Nähe, genug Tagschlaf, einem ruhigen Abend und einer letzten kurzen Gassi-Runde vor dem Licht-aus haben Sie alles beisammen, was ein junger Hund braucht. Den Rest erledigt sein Körper von selbst, sobald die Blase mitspielt. Welpen schlafen nachts irgendwann durch, weil ihre Schlafroutine steht, nicht weil man sie dazu erzogen hätte.
Bis dahin schlafen Sie beide eben etwas unruhiger. Und irgendwann fällt Ihnen morgens auf, dass Sie durchgeschlafen haben, ohne es zu merken. Genau darauf arbeiten Sie gerade hin.
Häufige Fragen zum Durchschlafen bei Welpen
Wie oft muss ein Welpe nachts raus?
In den ersten Wochen meist ein- bis zweimal. Die Faustformel: Die Lebensmonate plus eins ergibt die Stundenzahl, die das Tier höchstens schafft, ohne sich zu erleichtern. Ein zehn Wochen altes Hundebaby kommt somit selten länger als drei bis vier Stunden ohne „Pinkel-Runde“ aus. Mit zunehmendem Alter fällt einer der Gänge weg, dann der zweite.
Soll ich meinen Welpen nachts zum Gassigehen wecken?
In der Anfangszeit ist ein geplanter Gang sinnvoller, als auf das Fiepen zu warten. Wecken Sie den kleinen Vierbeiner ruhig und ohne Ansprache, tragen Sie ihn nach draußen und wieder zurück. Sobald er zwei Nächte hintereinander trocken bleibt, schieben Sie den Termin nach hinten und streichen ihn schließlich ganz. Von da an schläft Ihr Welpe meist von allein durch.
Mein Welpe schläft tagsüber viel und nachts trotzdem nicht. Woran liegt das?
Häufig an der Verteilung. Wird Ihr Junghund tagsüber ständig gestört, kommt er nur in kurze Häppchen und nie in den Tiefschlaf. Ein fester, ruhiger Liegeplatz mit ungestörten Ruhephasen verbessert die Nacht oft innerhalb einer Woche. Viele Welpen schlafen danach deutlich länger am Stück durch.
Hilft ein Kuscheltier oder eine Wärmflasche?
Beides kann in den ersten Nächten helfen, weil es Wärme und Nähe der Wurfgeschwister nachahmt. Verwenden Sie eine Wärmflasche nur handwarm und gut umwickelt. Und prüfen Sie beim Kuscheltier, ob Ihr Hundejunge es zerlegt. Kleinteile, die im Körbchen liegen bleiben, gehören dort nicht hin.



