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Durchfall bei Hunden

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Hunde können wie wir Menschen an Durchfall erkranken und unter ähnlichen Begleiterscheinungen leiden. Die Ursachen hierfür sind äußerst vielfältig und nicht immer harmlos. Wann die Symptome einen Grund zur Besorgnis darstellen und was Sie dagegen unternehmen können, erfahren Sie hier!

Diarrhö ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn

Entgegen dem allgemeinen Glauben handelt es sich bei Durchfall (Diarrhö) nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom einer Störung im Magen-Darm-Trakt. Das Hauptmerkmal dabei ist die über eine kurz oder lang anhaltende Abgabe von flüssigem Stuhl. Diese Verdauungsstörung lässt sich in zwei verschiedene Formen unterteilen: Der akute Durchfall tritt abrupt auf und hält meist ein bis maximal zwei Tage an, wohingegen die chronische Variante häufiger und über einen längeren Zeitraum anhält.

Durchfall bei Hunden ist keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom einer Störung im Magen-Darm-Trakt
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Kein Grund zur Panik: Die Ursachen sind meist harmlos

Oftmals ist der Auslöser für Durchfall bei Hunden harmloser Natur, weshalb Sie besonders beim plötzlichen Auftreten Ruhe bewahren können. Lassen Sie den Tag Revue passieren und überlegen Sie, ob es etwaige Veränderungen zum sonstigen Alltag gab. War Ihre Fellnase bei Freunden oder Verwandten und wurde dort mit zu vielen Hundeleckerlis verwöhnt? Denn viele Hunde vertragen keine hohen Mengen an Leckereien und die Magen-Darm-Flora gelangt in ein Ungleichgewicht. Durchfall bei Hunden kann jedoch auch einen psychosomatischen Ursprung haben, wenn die Tiere beispielsweise gestresst oder überfordert sind. Vielleicht war der Vierbeiner voller Neugier und hat die Mülltonne inspiziert, sich an deren Inhalt bedient und Lebensmittel gefressen, welche er nicht verträgt. Hierzu zählen insbesondere Milchprodukte, welche Milchzucker (Laktose) enthalten. Ein Großteil der Hunde verkommt mit diesem nur sehr schlecht zurecht. Ebenso verhält es sich mit Essensresten, weshalb Sie diese nicht verfüttern, sondern entsorgen sollten. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass der Durchfall beim Hund im direkten Zusammenhang mit der Hundefütterung steht.

Ursachenfindung in der Hundefütterung

Die Diarrhö ist eine bekannte Begleiterscheinung einer Umstellung der Hundefütterung bzw. bei der Fütterung von ungewohnter Nahrung. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie Ihrem Hund die ersten Male rohes Fleisch geben oder das Hundefutter deutlich fettreicher wie gewohnt ist. Wenn Schweinefleisch etwa nicht vertragen wird, sollen Sie zum Beispiel auf magere Hundesnacks vom Hirsch oder Kausnacks vom Fisch zurückgreifen.

 Asiatischer Minikarpfen    Hirsch-Fleischstreifen

Ein zu schneller Wechsel von verschiedenen Futtersorten (zum Beispiel: Trockenfutter zu Nassfutter für Hunde) kann ebenfalls Durchfall auslösen. Daher ist es ratsam, diverse Änderungen am Speiseplan Ihres Vierbeiners immer in kleinen Schritten durchzuführen, damit sich dieser langsam an die Umstellung gewöhnen kann. Bei der Hundefütterung selbst, gilt es darauf zu achten, dass das Hundefutter weder zu kalt noch zu heiß verfüttert wird. Wenn Sie beispielsweise eine offene Dose Hundefutter im Kühlschrank aufbewahren, lassen Sie diese zuerst auf Zimmertemperatur aufwärmen.

 O`Canis Känguru mit Süßkartoffel und Löwenzahn  O`Canis Hirsch mit Buchweizen, Cranberry und Lauch

Ebenso spielt die Portionsgröße bei der Hundefütterung eine bedeutende Rolle, denn wenn sich Ihre Fellnase überfrisst, kann sie auch deswegen Diarrhö bekommen. Gleiches gilt für die Schlinger, denn zu hastiges Fressen führt zu Unruhen im Magen-Darm-Trakt.

Weitere mögliche Ursachen

Natürlich ist Durchfall beim Hund nicht nur auf eine fehlerhafte Hundefütterung oder eine schlechte Ernährung zurückzuführen. Weitere Gründe für eine Diarrhö können weiterhin Pilze, Bakterien oder Viren sein, aber auch Parasitenbefall löst die Beschwerden häufig aus. Gegebenenfalls lassen Sie Ihren Vierbeiner auf eine mögliche Nahrungsmittelallergie testen. Stellt sich heraus, dass Ihr Haustier auf bestimmte Fleischsorten allergisch reagiert, dann sind rein naturbelassene, hypoallergene Hundesnacks die Lösung. Geeignet für ernährungssensible Tiere sind beispielsweise Kausnacks vom Lamm oder exotische Kauartikel aus Straußenfleisch.

  Ganze Pferdesehnen Ganze Dorschhaut

Symptome und Behandlung von harmlosen Durchfall

Die Symptome und Begleiterscheinungen von Durchfall bei Hunden gleich denen von uns Menschen. Die Hundegesundheit ist angeschlagen, womöglich ist Ihre Fellnase schlapp, frisst weniger und spielt nicht so ausgelassen wie sonst. Ebenso könnten Krämpfe sowie Bauchschmerzen auftreten. Letztere können Sie meist daran erkennen, dass Ihr Vierbeiner sich nur langsam bewegt und seinen Rücken aufkrümmt. Wenn er zusätzlich beim Gassi gehen häufig und mit hoher Anstrengung presst, ohne Kot abzusetzen, ist dies ebenfalls ein Indiz dafür, dass Ihr tierischer Freund Bauschmerzen hat. All diese Symptome müssen Sie jedoch nicht beunruhigen, denn diese sind in der Regel harmlos. Gönnen Sie Ihrem Haustier vorerst die Ruhe, die es benötigt, und setzen Sie es auf eine Nulldiät. Das heißt, dass Sie ihm für einen bis maximal (!) zwei Tage die Nahrung völlig entziehen, damit sich der Darmtrakt erholen kann. Achten Sie jedoch dabei darauf, dass Ihr Fellträger in dieser Zeit ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt und animieren Sie ihn gegebenenfalls zum weiteren Trinken. In den meisten Fällen verschwindet die Verdauungsstörung nach einem Tag und die Symptome klingen ab.

Schlappheit, Appetitlosigkeit und Schmerzen sind Symptome von Durchfall bei Hunden
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Lang anhaltender Durchfall beim Hund? Ab zum Tierarzt!

Anders verhält es sich, wenn die Symptome einer Diarrhö länger als 24 Stunden andauern und das Tier zu wenig oder gar nicht trinkt. Wenn es zudem anfängt, sich zu erbrechen und der Kot blutig ist, oder sich grünlich oder schwarz färbt, ist Vorsicht geboten! Denn dies kann darauf hinweisen, dass die Hundegesundheit gefährdet ist, weshalb der Gang zum Tierarzt unumgänglich ist. Generell gilt: Im Zweifel sollten Sie immer (!) einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Dies ist insbesondere bei Welpen zu empfehlen, da deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist und eine Diarrhö für sie sogar lebensbedrohlich sein kann! Im Idealfall nehmen Sie zum Tierarztbesuch eine frische Probe des Stuhlgangs sowie des Urins mit. Denn der Tierarzt kann durch eine Untersuchung dieser Probe wesentlich schneller die Ursache für den Durchfall feststellen. Zudem ist es ratsam, sich vor dem Tierarztbesuch eine Notiz anzufertigen, auf der Sie sich die erkennbaren Symptome sowie die Konsistenz der Ausscheidungen notieren. Diese Informationen können für den Veterinärmediziner überaus hilfreich sein. In den meisten Fällen werden Kohletabletten verabreicht und die Fütterung von Schonkost empfohlen.

Schonkost unterstützt die Darmflora bei Diarrhö

Viele Hundebesitzer machen den Fehler, ihren Vierbeiner nach der Nulldiät direkt wieder mit dem gewohnten Hundefutter zu füttern. Natürlich wollen Sie nur das Beste für Ihre Fellnase, welches in diesem Fall jedoch nicht das Hundefutter, sondern die Schonkost ist. Der Darmtrakt muss sich zum einen erholen und zum anderen erst wieder auf das Futter einstellen. Die Schonkost unterstützt dies und bringt zugleich die Verdauung in Gang. Geben Sie Ihrem Haustier anfangs sehr kleine Portionen und vergrößern Sie die Rationen mit der Zeit. Am besten ist es, wenn Sie das Futter auf viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Hat sich die Verdauung Ihres Hundes normalisiert und der Durchfall klingt ab, können Sie ab dem vierten Tag anfangen, sein gewohntes Futter zur Schonkost beizumischen. Bis dahin gilt, dem Tier nur abgekochtes Wasser als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Sobald sich das Tier wieder wohlfühlt, können Sie es natürlich erneut mit Leckerlis und Kausnacks verwöhnen! Aber immer daran denken: Nicht überfüttern!

Schonkost unterstützt die Darmflora und hilft dem Tier dabei, bald wieder genüsslich Schlemmen zu können
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Diarrhö ist zwar oft, jedoch nicht immer harmlos

Durchfall bei Hunden hat meist eine harmlose Ursache und ist in der Regel nach ein bis zwei Tagen überstanden. Kein Grund zur Panik also. Halten die Symptome jedoch länger an und kommen Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Fieber oder Farbänderungen des Kots hinzu, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.