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Giardien beim Hund: Ernährung und Behandlung

« Was, wenn das Haustier von den kleinen Parasiten befallen ist? »

Hunde können von einer Vielzahl an Parasiten heimgesucht werden, wie beispielsweise Giardien. Hierbei handelt es sich um winzige Schädlinge, die zu einer Durchfallerkrankung und weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können. Wir klären auf, wie Sie die Darmparasiten frühzeitig erkennen und mit welchen Maßnahmen Sie eine Behandlung bestmöglich unterstützen können!

Was sind Giardien?

Giardien sind einzellige Dünndarmparasiten, welche winzig klein und nicht mit bloßem Auge erkennbar sind. Aktuell sind über 40 verschiedene Arten bekannt, welche neben Hunden auch Katzen und sogar Menschen befallen. Die Parasiten sind ein weitverbreitetes Problem und befallen weltweit eine Vielzahl von Haustieren. Allein in Deutschland sind schätzungsweise 20 Prozent aller Hunde infiziert, wobei vor allem junge und schwache Tiere besonders häufig betroffen sind. Ein Befall führt zur sogenannten Giardiose, einer Durchfallerkrankung. Diese kann ohne Behandlungen zu schweren Folgeerscheinungen wie Nährstoffmangel und Entzündungen führen.

Illustration von Giardien im Darm
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Wie kommt es zu Giardien beim Hund?

Die Dünndarmparasiten können auf unterschiedliche Weise in den Hundekörper gelangen, wie beispielsweise über infiziertes Wasser und Futter. Sobald die Parasiten ihren Weg in den Körper gefunden haben, setzen sie sich an den Darmschleimhäuten fest. Dort ernähren sie sich von Zucker, vermehren sich und bilden in weiterer Folge Zysten. Diese verweilen jedoch nicht im Darm, sondern werden zum Teil über den Kot ausgeschieden. Zur Veranschaulichung: In einem Gramm Hundekot können sich mehrere Millionen Zysten befinden, wobei bereits 10 Zysten eine Infektion auslösen können. Doch nicht nur Kot stellt eine potenzielle Ansteckungsgefahr dar, denn die Zysten können auch beim After hängen bleiben. Da sich Vierbeiner durch Ablecken säubern, kann es durchaus dazu kommen, dass sie sich durch das Lecken erneut infizieren. Allerdings sind nicht nur sie gefährdet, denn auch andere Haustiere und sogar Sie könnten sich anstecken! Das Ansteckungsrisiko lässt sich zwar nie zur Gänze ausschließen, aber eine Infektion kann frühzeitig erkannt und dementsprechend schnell behandelt werden.

Giardiose: Symptome erkennen

Giardien beim Hund müssen nicht zwangsläufig eine Erkrankung auslösen, denn ein starkes Immunsystem kann die Parasiten durchaus abwehren. Anders verhält es sich hingegen bei jungen und/oder schwachen Tieren, bei denen mitunter schwere Beschwerden auftreten können. Ein typisches Merkmal einer Giardiose ist ein heller, schleimiger Kot, welcher zudem äußerst unangenehm riecht. Ebenso können Symptome wie Magenkrämpfe, starke Blähungen und Erbrechen auftreten. Viele betroffene Tiere leiden zudem an Abgeschlagenheit, Fieber und Appetit- bis hin zu Gewichtsverlust. Das Tückische ist jedoch, dass die Symptome nicht immer durchgehend auftreten, sondern zwischenzeitlich sogar abklingen können. Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit überstanden ist. Vielmehr ist eine Besserung leider nur von kurzer Dauer, weshalb stets ein Tierarzt zurate gezogen werden sollte.

Die Symptome sind vielfältig
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Diagnose und Behandlung

Der Verdacht auf Giardien beim Hund kann nur von einem Tierarzt nachgewiesen werden, indem dieser mehrere Kotproben untersucht. Eine Kotprobe allein ist oftmals nicht aussagekräftig, denn die Fellnasen scheiden nicht bei jedem Stuhlgang Zysten aus. In der Regel wird daher eine Testreihe über einen Zeitraum von mehreren Tagen angeordnet. Im selben Zug wird der Veterinärmediziner womöglich auch eine Blutuntersuchung durchführen, um etwaige Krankheiten ausschließen bzw. identifizieren zu können. Hat sich der Verdacht bestätigt, verschreibt der Tierarzt ein Präparat, welches für mehrere Tage eingenommen werden muss. Nach dem Therapieende ist es ratsam, den Kot erneut überprüfen zu lassen. Das liegt zum einen daran, dass die Behandlung nur in 80 Prozent der Fälle erfolgreich ist und zum anderen an der Tatsache, dass es Tage und sogar Wochen später zu einer erneuten Ansteckung kommen kann. Allerdings lassen sich die Erfolgsaussichten wesentlich erhöhen und das Risiko einer erneuten Ansteckung verringern!

Unterstützende und vorbeugende Maßnahmen gegen Giardien bei Hunden

Mit der Einnahme eines Präparates ist es leider noch nicht getan, denn die Dünndarmparasiten sind äußerst widerstandsfähig. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, können Sie jedoch bestimmte Maßnahmen ergreifen: In erster Linie ist es wichtig, auf eine hygienisch reine Umgebung zu achten. Säubern Sie zunächst alle Oberflächen mit heißem Wasserdampf und trocknen Sie diese anschließend ab. Waschbare Heimtextilien, wie Kissen und Decken, sollten sie bei mindestens 65 Grad waschen. Auch Gegenstände wie Spielzeug, Transportbox und Fressnäpfe sollten sorgfältig gereinigt werden, am besten mit kochendem Wasser. Doch nicht nur Gegenstände stellen eine potenzielle Ansteckungsgefahr dar, denn Ihr Haustier kann sich auch bei sich selbst anstecken! Um dies zu vermeiden, säubern Sie täglich mit einem geeigneten Shampoo die Afterregion Ihres Vierbeiners. Bei der Gassirunde empfiehlt es sich zudem, immer eine Plastiktüte dabei zu haben. Auf diese Weise können Sie den Kot umgehend entsorgen und somit andere Tiere vor einer Ansteckung schützen. Zusätzlich sollten Sie in dieser Zeit Vorsicht im Kontakt mit Artgenossen walten lassen und direkten Hundekontakt stets vermeiden. Vergessen Sie zudem nicht, dass auch Sie und andere Menschen sich anstecken können! Lassen Sie sich daher nicht von Ihrem Haustier ablecken und informieren Sie am besten auch Ihr Umfeld rechtzeitig darüber.

Ein Besuch beim Tierarzt ist ratsam
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Ernährung umstellen

Die Parasiten benötigen zum Überleben eine große Menge an Zucker, welchen die Tiere über ihr Futter zu sich nehmen. Generell ist es ratsam, Zucker zur Gänze vom Speiseplan zu streichen. Das reicht aber nur bedingt, denn auch Getreide kann eine Giardiose begünstigen. Das liegt daran, dass in Getreide Stärke enthalten ist, welche wiederum im Darm zu Zucker umgewandelt wird. Um den Parasiten die Überlebensgrundlage zu nehmen, sollte die Ernährung dementsprechend angepasst werden. Verzichten Sie auf eine kohlenhydratreiche Ernährung und füttern Sie hingegen möglichst proteinreiches Hundefutter und entsprechende Kausnacks bzw. Leckerlis. Ebenso hat sich eine Schonkost-Diät bewährt, da das Verdauungssystem durch den Durchfall angegriffen werden kann. Sie können Ihrem Vierbeiner beispielsweise gekochten Reis mit etwas Quark und gekochtem Hühnerfleisch anbieten. Um den Darm jedoch nicht zusätzlich zu belasten, sollten Sie die tägliche Futtermenge in mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilen. Bei Unsicherheiten sprechen Sie sich am besten mit Ihrem Tierarzt ab, er kann Ihnen einen individuellen Speiseplan für Ihren tierischen Freund erstellen!

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Giardien beim Hund stets ernstnehmen

Giardien sind winzig kleine Parasiten, die die Gesundheit Ihres Haustieres erheblich beeinträchtigen können. Sie sind hochgradig ansteckend und können die Hundegesundheit erheblich beeinträchtigen, weshalb die frühzeitige Erkennung und Behandlung essenziell ist. Neben der Einnahme von Medikamenten haben sich zusätzliche Maßnahmen bewährt, um die Giardien-Behandlung zu unterstützen und das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Konsequenten Hygienemaßnahmen sowie eine kohlenhydratarme Ernährung sind hierbei entscheidend und nehmen im Heilungsprozess einen essenziellen Part ein.