© hedgehog94 – stock.adobe.com

Bahnreisen mit Hund – aktuelle Regeln, Ticketkosten & Tipps

Gleis 7. Der ICE rollt ein und neben Ihnen sitzt Ihre Fellnase angeleint auf dem Bahnsteig: Ohren gespitzt, die Nase in der Luft. Bahnreisen mit Hund sind längst keine Seltenheit mehr, doch zwischen Maulkorbpflicht, Ticketbuchung und dem richtigen Platz im Zug lauern einige Stolperfallen. Wer die Regeln der Deutschen Bahn und der regionalen Verkehrsverbünde kennt und seinen Vierbeiner gut vorbereitet, reist deutlich entspannter. Ob für den Kurztrip an die Ostsee oder quer durch Europa. Wir zeigen Ihnen, worauf es bei der Zugfahrt mit Hund ankommt.

Welche Regeln gelten für Bahnreisen mit Hund?

Die Deutsche Bahn und andere Verkehrsverbünde erlauben die Mitnahme von Vierbeinern in allen Zügen. Allerdings gelten klare Vorgaben, die sich nach der Größe Ihrer Fellnase richten.

Die wichtigste Unterscheidung: Ist Ihr Hund etwa so groß wie eine Hauskatze oder kleiner, darf er kostenlos in einer geschlossenen Transportbox mitfahren. Die Box muss unter den Sitz oder in die Gepäckablage über dem Sitz passen. Als geeignete Behältnisse gelten Tierboxen, Käfige oder spezielle für den Tiertransport entwickelte Tragetaschen.

Zufahrt mit kleinem Hund in der Transporttragetasche
© Masarik – stock.adobe.com

Größere Vierbeiner, die nicht in eine Transportbox passen, benötigen ein eigenes Ticket und müssen während der gesamten Fahrt angeleint sein sowie einen Maulkorb tragen. Außerdem gilt: Ihr Liebling muss vor, unter oder neben Ihrem Sitzplatz liegen – ein eigener Sitzplatz ist nicht vorgesehen, eine zusätzliche Sitzplatzreservierung daher auch nicht möglich.

Zu beachten ist außerdem: Bordrestaurant und Bordbistro sind für Vierbeiner tabu. Einzige Ausnahme bilden Blindenführhunde und nach § 12e BGG gekennzeichnete Assistenzhunde. Sie dürfen immer kostenfrei mitfahren und sind von der Maulkorbpflicht befreit. Gleiches gilt für Hunde, deren Halter einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „B“ vorweisen können.

Gelten im Nahverkehr andere Regeln als im ICE?

Im Regionalverkehr gelten grundsätzlich dieselben Grundregeln wie im Fernverkehr: Leinenpflicht und Maulkorb für große Fellnasen, Transportbox für kleine. Allerdings können einzelne Verkehrsverbünde zusätzliche Bestimmungen haben. Manche erlauben die Mitnahme auf bestimmten Strecken kostenlos, andere verlangen ein eigenes Hundeticket. S-Bahnen und Regionalbahnen eignen sich übrigens hervorragend für das Gewöhnungstraining: Die Fahrten sind kurz, die Einstiegshöhen oft niedriger und die Atmosphäre außerhalb der Stoßzeiten ruhiger als im ICE.

Was kosten Bahnreisen mit Hund und wie buchen Sie das Ticket?

Eine der häufigsten Fragen: Braucht der Hund ein Zugticket? Kleine Fellnasen fahren kostenlos. Für größere Hunde brauchen Sie eine eigene Fahrkarte und zahlen wie beim Kinderticket den halben Fahrpreis. Das gilt sowohl für den Flexpreis, Normalpreis und für die Sparpreise im Fern- und Nahverkehr. Die Buchung läuft unkompliziert über die Website bahn.de oder die DB-App: Geben Sie Ihre gewünschte Verbindung ein und wählen Sie unter „Reisende“ als zweite Person den Reisendentyp „Hund“ aus. Der Preis wird automatisch berechnet. Alternativ kaufen Sie das Ticket am Automaten oder im Reisezentrum.

Bei Ländertickets zählt Ihr Vierbeiner als zusätzlicher Mitreisender und belegt einen der verfügbaren Plätze auf dem Ticket – tragen Sie in der Namenszeile einfach „Hund“ ein. Dasselbe Prinzip gilt für das Quer-durchs-Land-Ticket: Auch hier wird der Hund als weiterer Reisender gezählt und muss entsprechend bei der Buchung berücksichtigt werden.

Bahnreisen mit Hund, der am Bahngleis sitzt und Herrchen anschaut
© Михаил Решетников – stock.adobe.com

Kann man mit dem Deutschlandticket einen Hund mitnehmen?

Das Deutschlandticket gilt ausschließlich für die Person, auf die es ausgestellt ist. Für große Hunde benötigen Sie daher ein zusätzliches Ticket, in der Regel eine Einzelfahrkarte zum Nahverkehrstarif des jeweiligen Verbunds. Kleine Vierbeiner in einer geschlossenen Transportbox können hingegen wie gewohnt kostenlos mitfahren. Beachten Sie, dass die Regelungen der Verkehrsverbünde hier im Detail variieren können – ein kurzer Blick auf die Website Ihres Verbundes schafft Klarheit.

Zugfahrten mit Vierbeinern: Regeln auf einen Blick

Hundegröße Ticketkosten Auflagen im Zug
Klein (bis Hauskatzen-größe) Kostenlos in Transportbox Box unter Sitz oder Ablage
Groß (größer als Hauskatze) Halber Fahrpreis Leinenpflicht + Maulkorb
Assistenz- / Blindenführhund Kostenlos Kein Maulkorb erforderlich

Wie bereiten Sie Ihren Hund auf die Zugfahrt vor?

Für Fellnasen, die noch nie Zug gefahren sind, kann die Reizflut am Bahnhof überwältigend wirken: fremde Geräusche, viele Menschen, vibrierende Böden. Gewöhnen Sie Ihren Liebling schrittweise ans Bahnreisen.

Beginnen Sie mit kurzen Besuchen am Bahnhof außerhalb der Stoßzeiten. Lassen Sie Ihren Vierbeiner die Umgebung in Ruhe erkunden und belohnen Sie entspanntes Verhalten mit Trainingsleckerlies.

Trainings-Cookies Wildfleisch

Klappt das gut, steigen Sie gemeinsam für ein bis zwei Stationen in eine ruhige Regional-, Straßenbahn oder S-Bahn ein. Wählen Sie einen Platz abseits des Durchgangs und reden Sie mit ruhiger Stimme gut zu.

Achten Sie dabei auf die Körpersprache Ihres Hundes: Lefzen-Lecken, Gähnen ohne Müdigkeit oder ein abgewandter Blick sind typische Beschwichtigungssignale, die auf Stress hindeuten. Bemerken Sie solche Anzeichen, brechen Sie die Übung ab und versuchen es ein paar Tage später erneut. Üben Sie keinesfalls Zwang aus, negative Erfahrungen verankern sich und machen spätere Fahrten schwieriger.

Falls Ihr Hund einen Maulkorb tragen muss, gewöhnen Sie ihn rechtzeitig daran und machen Sie ein Maulkorbtraining. Aber nicht erst am Reisetag. Ein gut sitzendes Modell, das Hecheln und Trinken erlaubt, kombiniert mit Leckerlis bei jedem Anlegen, baut innerhalb weniger Wochen eine positive Verknüpfung auf.

Hund trägt Maulkorb währen Bahnreise
© Melania – stock.adobe.com

Checkliste für das Hunde-Reisegepäck

Gute Vorbereitung spart unterwegs Nerven. Packen Sie einen kompakten Hunde-Rucksack mit allem, was Ihr Vierbeiner während der Bahnreise braucht: 

  • Faltbarer Wassernapf und eine Flasche frisches Wasser.
  • Eine vertraute Decke oder ein Lieblingsspielzeug: Bekannte Gerüche geben Sicherheit in der fremden Umgebung.
  • Kompakte, geruchsarme Hundekausnacks für zwischendurch. Das Kauen wirkt beruhigend und hilft, Anspannung abzubauen.
  • Kotbeutel, Küchenpapier und einen kleinen Beutel für Missgeschicke.
  • EU-Heimtierausweis und Impfpass bei Auslandsreisen; bei Inlandsfahrten schadet ein aktueller Impfnachweis nicht.
  • Eine Reiseapotheke mit Zeckenzange, Verbandsmaterial und gegebenenfalls beruhigenden Mitteln nach Absprache mit Ihrem Tierarzt.

Bieten Sie während der Fahrt nur wenig Futter und Wasser an, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Eine größere Mahlzeit gibt es am besten erst am Zielort.

Wie wird die Bahnfahrt mit dem Vierbeiner möglichst entspannt?

Planen Sie vor der Abfahrt genügend Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang ein. Ein körperlich ausgelasteter Hund legt sich im Zug deutlich schneller hin als ein aufgedrehter. Vermeiden Sie allerdings aufputschende Aktivitäten wie intensives Ballspielen. Das kann innerlich aufdrehen, statt zu beruhigen. Besser eignen sich ruhige Schnüffelrunden oder ein längerer Marsch, bei dem Ihr Vierbeiner in seinem Tempo die Umgebung erkunden darf.

Im Zug selbst wählen Sie am besten einen Fensterplatz in einer ruhigen Ecke, möglichst abseits von Türen und Durchgängen. Geschlossene Abteile bieten den meisten Schutz vor Trubel. Plötzliche Geräusche und schnelle Bewegungen können Ihren Vierbeiner verunsichern, meiden Sie daher Plätze in der Nähe von Türen, Bordbistro, Kleinkindabteilen oder von lauten Personengruppen.

Hat sich Ihr Liebling auf seiner Decke eingekuschelt, bestärken Sie die Ruhe mit leisem Lob. Ein naturbelassener Kauknochen kann jetzt wahre Wunder wirken:

Kauknochen 100% Hirschhaut - ca.17cm

Das konzentrierte Kauen setzt Endorphine frei und hilft Ihrem Vierbeiner, Stress abzubauen. Wählen Sie ein Stück, das nicht zu intensiv riecht – Ihre Mitreisenden werden es Ihnen danken.

Bei längeren Bahnreisen planen Sie Ihre Verbindung so, dass Umsteigezeiten von mindestens 20 Minuten bleiben. Nutzen Sie diese Pausen für eine kurze Gassi-Runde und frisches Wasser. So kommen Sie beide zwischendurch zur Ruhe und startet den nächsten Abschnitt gelassener.

Tipp: Viele größere Bahnhöfe haben Grünflächen in direkter Nähe – ein Blick auf die Bahnhofskarte lohnt sich vorab.

Bahnreisen mit Hund ins Ausland – das gilt zu beachten!

EU-Heimtierausweis auf Bahnreisen mit dem Hund ins Ausland mitnehmen
© Lifeisbeautiful – stock.adobe.com

Wer mit dem Zug über die Grenze fährt, muss nicht nur die Regeln der Deutschen Bahn, sondern auch die Bestimmungen des Ziellandes kennen. Innerhalb der EU ist der EU-Heimtierausweis mit gültigem Tollwutimpfnachweis Pflicht. Ihr Hund muss außerdem per Mikrochip eindeutig identifizierbar sein.

Länder wie die Schweiz, Österreich und die Niederlande erlauben Vierbeiner im Zug, verlangen aber teils eigene Tickets und eine Maulkorbpflicht. In Italien gelten ähnliche Regeln wie in Deutschland.

Deutlich strenger sind die Vorschriften in Großbritannien und Nordirland: Über den Eurotunnel dürfen Hunde nur mit dem Auto mitreisen, nicht im Eurostar-Zug. Auch nach Norwegen ist die Mitnahme im internationalen Zugverkehr nicht möglich.

Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Hunderasse im Zielland als Listenhund eingestuft ist. In einigen Ländern gelten für bestimmte Rassen verschärfte Auflagen oder sogar Einfuhrverbote. Informieren Sie sich rechtzeitig – am besten mehrere Wochen vor der Abreise – über die tierseuchenrechtlichen und rassenspezifischen Vorschriften des Ziellandes.

Mit guter Planung wird Zugfahren zum Teamabenteuer

Bahnreisen mit Hund erfordern etwas mehr Organisation als der Sprung ins Auto – dafür belohnen sie mit entspanntem Reisen, ohne Stau und Parkplatzsuche. Gewöhnen Sie Ihren Vierbeiner früh an den Zug, packen Sie durchdacht und nehmen Sie sich Zeit für Pausen. Dann steht gemeinsamen Abenteuern auf Schienen nichts mehr im Weg. Und wenn Sie am Zielort ankommen, hat sich Ihre Fellnase eine Belohnung redlich verdient. Vielleicht mit einem ausgiebigen Spaziergang und einem Hundekausnack zum gemütlichen Ankommen.