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Rüde kastrieren

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Wenn Sie nicht vorhaben, mit Ihrem Hund zu züchten, sollten Sie sich früher oder später darüber Gedanken machen, ob Sie Ihren vierbeinigen Freund kastrieren lassen wollen. Dies bringt einige Vorteile mit sich. Welche das sind, erfahren Sie hier. Ebenso informieren wir darüber, was beim Vorgang der Kastration genau passiert.

Was ist eine Kastration?

Vorhergehend sollte man sich bewusst werden, was der Unterschied zwischen Kastrieren und dem Vorgang des Sterilisierens ist. Bei Letzterem werden die Wege der Fortpflanzungsorgane nur blockiert, wohingegen diese bei der Durchführung einer Kastration vollständig entfernt werden. Beim Rüden bedeutet dies, dass seine Hoden entfernt werden. Dabei machen sich auch deutlichere Änderungen im Sexualverhalten des Tieres bemerkbar, als bei einer Sterilisierung. Die Kosten für den chirurgischen Eingriff unterscheiden sich von Tierarztpraxis zu Tierarztpraxis. Durchschnittlich liegen sie zwischen 150 EUR und 200 EUR.

Mit einer Kastration lässt sich ungewollter Hundenachwuchs vermeiden
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Weswegen sollten Sie Ihren Hund kastrieren lassen?

An erster Stelle steht der wohl offensichtlichste Grund: die Verhinderung von ungewolltem Hundenachwuchs. Lassen Sie Ihr Tier kastrieren, können auch Ausflüge von kleinen Ausreisern und das Aufeinandertreffen mit läufigen Hündinnen nicht zu Welpen führen. Weiterhin zeigen kastrierte Haustiere einen geringeren Geschlechtstrieb – das gilt für Rüden ebenso wie für weibliche Haustiere. Rüden sind zudem weniger aggressiv und verfolgen Spuren läufiger Hündinnen nicht mehr so intensiv.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Ihren Rüden kastrieren zu lassen

Viele denken noch immer über eine Frühkastration nach. Dies erweist sich jedoch als nachtteilig, da ein zu früher Eingriff zu Verhaltensstörungen führen kann. Wichtig ist, dass sich das Tier zuerst vollständig entwickeln hat, was auch durch individuelle Faktoren beeinflusst wird. Ab einem Alter von zwei Jahren ist die Entwicklung bei Hunden in der Regel abgeschlossen. Vor dem ersten Lebensjahr wird definitiv empfohlen, vom Kastrieren abzusehen.

Die Kastration wird vorwiegend vor Beendigung des 1. Lebensjahrs empfohlen
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Kommt der Rüde in ein Alter, in dem er sexuell sehr aktiv ist und rigoros jede Spur von läufigen Weibchen aufnimmt, ist es sinnvoll, sich mit dem Thema Kastration auseinanderzusetzen. Ebenso kann sich eine Kastration lohnen, wenn Sie zwei männliche Haustiere halten, insbesondere dann, wenn diese immer wieder in Konflikt geraten. Dabei sollten möglichst beide Vierbeiner kastriert werden, damit sich keiner unterwerfen muss. Sind sie sich unsicher, schadet es nicht, ein Gespräch mit dem Tierarzt zu suchen.

Wann sollten Sie Ihren Hund nicht kastrieren lassen?

Meistens verleiten Hundebesitzer erste Verhaltensauffälligkeiten dazu, über eine Kastration nachzudenken. Solche Verhaltensauffälligkeiten sind beispielsweise gesteigerte Aggression gegenüber anderen Tieren und den eigenen Artgenossen – vorrangig gegenüber anderen Rüden. Dies kann im schlimmsten Fall zu Raufereien und daraus hervorgehend zu Verletzungen führen.

Auffälligkeiten im Verhalten sind kein Grund, einen Hund zu kastrieren
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Auch sehen viele Hundehalter in einem Eingriff ein probates Mittel, um ungehorsamen Verhalten entgegenzuwirken. Sie erhoffen sich etwa davon, Befehlsverweigerungen zu reduzieren oder zu verhindern, dass der Hund heimlich vom Esstisch klaut.

Zu betonen ist jedoch, dass Auffälligkeiten häufig keine wirklichen Gründe sind, um den vierbeinigen Freund zu kastrieren. Diese operative Maßnahme eignet sich vornehmlich nur dafür, um Verhalten einzudämmen, dass unmittelbar mit der Produktion von Sexualhormonen in Verbindung steht. Dazu zählt etwa, wenn der Rüde immer wieder wegläuft, um die Fährte von läufigen Weibchen aufzunehmen. Eine vollständige Verhaltenssteuerung und das Ausbügeln von Erziehungsfehlern sind dadurch nicht möglich. Hier helfen nach wie vor nur richtige und konsequente Erziehung und ein ausgewogenes Training. Dabei helfen Kausnacks für Hunde ebenso wie Kauknochen oder Leckerlis als Belohnung.

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Auch hygienische Faktoren sollten nicht im Vordergrund bei der Entscheidung für eine Kastration stehen. Der sogenannte Vorhautkatarrh – ein eitrig-gelber, unangenehm riechender Ausfluss am Vorhautbereich – sollte eher durch gründliches Spülen und Säubern der betroffenen Stelle beseitigt werden.

So läuft die Kastration ab

Während der Rüde kastriert wird, befindet er sich in einer Vollnarkose. Dadurch merkt er nichts von der Entfernung der beiden Hoden und verspürt keine Schmerzen. Der Eingriff dauert nicht sehr lange, sodass auch bei älteren Tieren kein erhöhtes Risiko besteht. Durch den chirurgischen Eingriff entstehen nur sehr kleine Narben, welche – sofern der Hund davon abgehalten wird, sich ständig an der Operationsstelle zu lecken – sehr gut abheilen.

Nachteile einer Kastration

Wie bereits erwähnt, ist ein operativer Eingriff dann Fehl am Platz, wenn er dazu dienen soll, um das Verhalten Ihres Haustieres zu korrigieren. Ein weiterer Nachteil findet sich darin, dass Vierbeiner hinterher unter Umständen einen größeren Appetit entwickeln und etwas träger werden, was zu einer Gewichtszunahme führen kann. Dann sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass der Hund ausreichend Bewegung erhält und entsprechend gefüttert wird. Diät Hundekausnacks stellen die ideale Ergänzung für die Hundeernährung dar und tragen dazu bei, dass Vierbeiner nicht zu viel auf die Rippen bekommen.

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Bei langhaarigen Hunden wird durch Kastrieren eine nachteilige Veränderung des Fells hervorgerufen. So bekommen sie ein glanzloses, mattes Fell und die Unterwolle wächst wieder sehr – man spricht dabei vom Welpenfell. Das ist medizinisch unbedenklich, stellt allerdings einen auffälligen Schönheitsfehler dar. Rüden neigen jedoch deutlich seltener zum Welpenfell als Hündinnen.

Rüden kastrieren ist eine sinnvolle Maßnahme – wenn es den richtigen Zwecken dient

Es gibt gute Gründe, die für eine Kastration sprechen – die generelle Korrektur des Tierverhaltens gehört jedoch nicht dazu. Der Eingriff sollte dementsprechend nur vorgenommen werden, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden oder zwei zusammenlebende Rüden etwas ruhiger zu halten. Er sollte jedoch nicht als Ersatz zum Hundetraining betrachtet werden. Weiterhin gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und das Haustier zunächst vollständig entwickeln zu lassen. Bei Unsicherheiten, wann und ob eine Kastration wirklich notwendig ist, ist es hilfreich, sich von einem Tierarzt beraten zu lassen.