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Radfahren mit Hunden

« Was sollte man beachten? »

Radfahren ist eine wunderbare Freizeitbeschäftigung für Mensch und Hund. Doch einen Vierbeiner richtig am Fahrrad mitzuführen, will gelernt sein. Was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihren vierbeinigen Freund auf eine Radtour mitnehmen, erfahren Sie hier.

Empfehlenswerte Ausrüstung für das Radfahren mit Hund

Jedes Tier, das am Fahrrad mitläuft, sollte ein weich gepolstertes, gut sitzendes Brustgeschirr tragen. Führen Sie Ihren Liebling keinesfalls an einem Halsband, denn dieses übt bei ruckartigen Bewegungen zu starken Druck auf Kehlkopf und Wirbelsäule aus. Nutzen Sie zudem eine stabile Nylon- oder Lederleine mit einer Länge von eineinhalb bis maximal zwei Metern. Eine Flexileine ist beim Radfahren hingegen fehl am Platz, da sich ihr langes, meist dünnes Seil im Rad verheddern und einen Unfall verursachen könnte.

Sie möchten Ihre Hände frei haben, damit Sie sich besser auf den Verkehr und Ihren Vierbeiner konzentrieren können? In diesem Fall empfehlen wir Ihnen einen Fahrrad-Leinenhalter, den sogenannten Springer.

Hierbei handelt es sich um eine solide verarbeitete Metallvorrichtung, die am hinteren Teil des Fahrrades befestigt wird. Sie hält Ihren Vierbeiner auf Abstand und verhindert, dass er vors Rad laufen kann. Ein integrierter Ruckdämpfer federt abrupte Zugbewegungen des Hundes ab, damit Sie nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Bei Dämmerung und Dunkelheit müssen Sie immer darauf achten, gut sichtbar zu sein. Tragen Sie deshalb eine reflektierende Sicherheitsweste und statten Sie auch Ihren vierbeinigen Freund mit einem Leuchtgeschirr und/oder einem LED-Blinkanhänger aus.

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Radfahren mit Hund erst nach abgeschlossener Grunderziehung

Vergewissern Sie sich bitte, dass Ihr Liebling die wichtigsten Grundkommandos wie „Steh“, „Sitz“ und „Bleib“ einwandfrei befolgt, bevor Sie ihn auf eine Fahrradtour mitnehmen. Er sollte manierlich an der lockeren Leine laufen und keine übermäßige Scheu vor Autos und anderen motorisierten Verkehrsmitteln zeigen. Legen Sie ruhig ein paar zusätzliche Trainingseinheiten ein, um bereits gelernte Kommandos aufzufrischen. So können Sie brenzlige Situationen beim Radfahren mit Hund vermeiden.

Spiel nach der Radtour
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Gesundheitscheck – ist mein Vierbeiner fit für eine Radtour?

Nur ausgewachsene und gesunde Hunde dürfen neben einem Fahrrad herlaufen. Für Tiere mit Gelenkproblemen, Atembeschwerden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Radtouren tabu. Halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem Tierarzt, wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Haustier diese gesundheitlichen Grundvoraussetzungen erfüllt.

Kurznasige oder sehr kleine Hunderassen (Bulldogge, Mops, Malteser etc.) können nur sehr kurze Strecken neben einem Fahrrad herlaufen, da sie innerhalb weniger Minuten außer Atem geraten. Sehr schwere Rassen wie Bordeaux Doggen sind für Radtouren nicht geeignet.

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Langsam anfangen – der erste Kontakt mit dem Fahrrad

Ein Rad, das rollt, klappert und klingelt, kann auf manche Fellnasen ganz schön unheimlich wirken. Deshalb sollten Sie Ihren Liebling behutsam mit diesem Transportmittel bekannt machen. Schieben Sie es bei der nächsten Gassirunde entspannt neben sich her und lassen Sie hin und wieder die Klingel ertönen. Machen Sie Ihrem Vierbeiner klar, dass er auf die Reifen des Fahrrades achten muss und nicht einfach vor Ihrem Rad die Straße queren darf.

Schubsen Sie ihn ruhig behutsam zur Seite, wenn er dem Vorderreifen des Fahrrades zu nahekommt.

Fahren Sie ihm keinesfalls über die Pfoten, aber zeigen Sie ihm deutlich, dass er achtsam sein muss. Belohnen Sie ihn mit einem kleinen Kausnack oder einem Leckerli, sobald er gelassen an der lockeren Leine neben dem Rad herläuft.

Konditionsaufbau – lassen Sie das Radfahren ruhig angehen

Wiederholen Sie die oben genannte Übung ein paar Mal, bevor Sie sich in den Sattel schwingen und zu einer Fahrradtour aufbrechen. Steigern Sie die Streckenlänge ganz langsam (anfangs sind zehn bis fünfzehn Minuten völlig ausreichend), denn das Laufen neben einem Fahrrad kann für untrainierte Tiere sehr anstrengend sein.

Leichtes Traben – kein Rennen – ist für die meisten Vierbeiner eine angenehme Laufgeschwindigkeit. Wichtig: Gönnen Sie Ihrer Fellnase regelmäßige Pausen, in denen er Wasser trinken, schnüffeln und sich erleichtern kann.

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Gemeinsam unterwegs mit Tier und Fahrradanhänger

Welpen, sehr alte oder krankheitsbedingt geschwächte Vierbeiner dürfen keinesfalls neben einem Rad herlaufen. Auch an sehr heißen Sommertagen sollten Sie auf das Radfahren mit dem Hund verzichten, da aufgeheizter Asphalt schmerzhafte Verbrennungen an den Hundepfoten verursachen kann.

Sie möchten Ihr Haustier dennoch auf eine Fahrradtour mitnehmen? Dann empfehlen wir Ihnen, sich einen Fahrradanhänger zuzulegen. Er lässt sich mit wenigen Handgriffen am Bike befestigen und wird Ihnen über Jahre hinweg treue Dienste leisten. Allerdings sollten Sie Ihren tierischen Freund erst daran gewöhnen. Nicht alle Tiere mögen es, in einem Anhänger zu sitzen und quietschen unter Umständen die gesamte Ortschaft zusammen.

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Radfahren mit dem Hund sollte sachte angegangen werden

Radfahren mit Hund macht nicht nur Spaß, sondern auch fit. Bedenken Sie nur, dass Sie nicht einfach darauf losfahren, sondern sich und Ihr Haustier ausreichend vorbereiten. Und ebenso wichtig: Nicht jede Hunderasse eignet sich für einen Radausflug. Gerade für kleine, kurznasige und sehr schwere Tiere sollten Sie eine andere Beschäftigung finden.

Wenn Sie die oben genannten Tipps beherzigen und Ihren Liebling behutsam an das Radfahren gewöhnen, wird die erste gemeinsame Radtour bestimmt unvergesslich schön. Wir wünschen Ihnen bereits jetzt viel Vergnügen und eine gute Fahrt!