Startseite | Hundegesundheit | Niereninsuffizienz bei Hunden
© chalabala - stock.adobe.com

Niereninsuffizienz bei Hunden

« Nierenversagen erkennen und behandeln »

Eine Vielzahl an Hunden erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Niereninsuffizienz. Die Ursachen und Symptome variieren, zumal es unterschiedliche Krankheitsbilder gibt. Dennoch ist es wichtig, die Erkrankung möglichst früh zu erkennen und diese schnellst möglich zu behandeln. Um den Heilungsprozess optimal zu fördern, ist eine spezielle und auf die Krankheit angepasste Ernährung erforderlich.

Die Niere und ihre Aufgaben

Die Nieren nehmen eine Vielzahl wichtiger Aufgaben ein: Sie sind unter anderem bei der Herstellung von roten Blutkörperchen und bei der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Ebenso sind sie für die Regulation des Elektrolyt- und Säure-Basen-Gleichgewichts sowie für die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten verantwortlich. Letztere Funktion ist besonders wichtig für Hunde, denn dadurch werden giftige Stoffe mit dem Urin ausgeschieden. Dies geschieht in den sogenannten Nephronen, welche kleinste Funktionseinheiten der Niere darstellen. Wenn die Nephronen jedoch in ihrer Funktion eingeschränkt sind oder gar ausfallen, kann dies zur Nierenschädigung führen. Ein Ausfall von wenigen Nephronen stellt vorerst kein Problem dar, da die übrig gebliebenen diesen ausgleichen können, indem sie ihre Leistung um bis zu 200 Prozent steigern. Wenn jedoch 66 bis 75 Prozent der Funktionseinheiten ausfallen, entsteht eine akut oder chronisch verlaufende Niereninsuffizienz.

Hund beim fressen
© Callalloo Twisty – stock.adobe.com

Akute Niereninsuffizienz bei Hunden

Das akute Nierenversagen tritt vergleichsweise selten auf, ist aber umso gefährlicher für das betroffene Tier. Denn hierbei handelt es sich um einen ernsthaften Notfall, welcher eine sofortige Behandlung erfordert! Es ist daher umso wichtiger, etwaige Symptome ehestmöglich zu erkennen, um dementsprechend schnell handeln zu können. Bei einer akuten Niereninsuffizienz findet innerhalb von wenigen Tagen und manchmal sogar nur Stunden, eine hochgradige Abnahme der Filtrationsprozesse in den Nephronen statt. Daraus resultiert, dass harnpflichtige Substanzen, wie Ammoniak und Elektrolyte, im Körper verbleiben, da sie nicht über den Urin ausgeschieden werden. Die Symptome einer akuten Niereninsuffizienz ähneln dem eines chronischen Nierenversagens, weshalb Letzteres zunächst ausgeschlossen werden muss. Generell können unter anderem folgende Symptome bei einer akuten Niereninsuffizienz auftreten:

  • druckschmerzhafte Nieren
  • Abmagerung
  • reduzierte Urinausscheidung
  • Apathie
  • Schwäche
  • Erbrechen
  • Durchfall
Schwäche ist eines der vielen Symptome
© Sinica Kover – stock.adobe.com

Chronische Niereninsuffizienz bei Hunden

Das chronische Nierenversagen ist wesentlich häufiger verbreitet und betrifft vor allem Vierbeiner ab dem 7. Lebensjahr. Besonders tückisch ist die Tatsache, dass eine chronische Niereninsuffizienz allmählich auftritt und oft über einen längeren Zeitraum latent besteht. Zumeist ist sie nicht offensichtlich und wird erst im späteren Verlauf klinisch auffällig. Die ersten Symptome zeigen sich häufig in Stresssituationen, wie beispielsweise nach körperlicher Anstrengung oder einer Erkrankung. Im Anfangsstadium leiden viele Vierbeiner an Müdigkeit, haben einen gesteigerten Durst und setzen häufiger Urin ab. Hinzu kommt ein wechselnder oder reduzierter Appetit und Abmagerung trotz gleichbleibender Futteraufnahme. Genauso kann es zu gelegentlichem oder anhaltendem Erbrechen und Durchfällen kommen. Im fortschreitenden Verlauf können zudem folgende neurologische Auffälligkeiten auftreten:

  • Apathie
  • Benommenheit
  • erhöhte Erregbarkeit
  • Zittern
  • Muskelkrämpfe
  • epileptische Anfälle
  • Koma
  • nach Urin riechender Geruch aus dem Maul
  • schmieriger, brauner Belag auf den Zähnen

Welche Folgen hat ein Nierenversagen beim Hund?

Da die Niere an etlichen Funktionen im Hundekörper beteiligt ist, sind die Folgen einer Nierenerkrankung ebenso weitreichend. Wenn die Nieren versagen, verbleiben giftige Stoffe im Körper und können somit Organe schädigen. Das Immunsystem wird geschwächt und es kann zu Wundheilungs- und Blutgerinnungsstörungen kommen. Doch auch Zähne und Knochen können bei einem Nierenversagen in Mitleidenschaft gezogen werden: Die Zähne lockern sich und die Knochen werden brüchig. Betroffene Tiere leiden häufig auch an Herzproblemen und Bluthochdruck sowie an einer Ablösung der Netzhaut und Verkalkungen der Weichteile. Die Folgen einer unbehandelten Niereninsuffizienz sind drastisch und können sogar tödlich sein. Allerdings stehen die Erfolgschancen einer Behandlung ziemlich gut!

Nierenversagen hat schwerwiegende Konsequenzen
© Tatiana Morozova – stock.adobe.com

Wie wird ein Nierenversagen diagnostiziert und behandelt?

Bei einem Verdacht auf Niereninsuffizienz sollte umgehend ein Tierarzt oder eine Tierklinik besucht werden. Die Behandlung selbst ist unterschiedlich und hängt vom Krankheitsstadium und Schweregrad der Erkrankung ab. Zunächst einmal muss vom Facharzt eine Diagnose erstellt werden, welche mittels einer Blut- und Harnuntersuchung möglich ist. Hierbei wird unter anderem die Konzentration von Kreatinin und Harnstoff gemessen. Denn ein erhöhter Gehalt an Kreatinin im Blut weist oftmals auf ein chronisches Nierenversagen zu. Hat der Facharzt die Diagnose gestellt, gilt es, die Ursache für die Erkrankung zu eruieren und zu beheben. Das Ziel der Behandlung ist es, die Nierenfunktion zu optimieren und das Fortschreiten der Nephronverluste zu verlangsamen und bestenfalls sogar zu verhindern. Da bei einer Nierenerkrankung oftmals mit einer Harnvergiftung einhergeht, wird zudem versucht, die Auswirkungen dieser Vergiftung auf einzelne Organe zu verhindern.

Ein Besuch beim Tierarzt ist unabdingbar
© Orawan – stock.adobe.com

Die Therapie selbst wird vom Veterinärmediziner individuell auf das betroffene Tier angepasst. Generell lässt sich sagen, dass sich der Vierbeiner während des Therapiezeitraumes möglichst schonen sollte und Stresssituation vermeiden sollte. Ebenfalls ist bei einer Niereninsuffizienz bei Hunden eine spezielle Nierendiät ratsam, denn durch die Ernährung kann der geschwächte Körper optimal unterstützt werden.

Angepasste Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie

Nierenkranke Haustiere leiden oftmals unter einer gestörten Phosphor- und Natriumausscheidung. Es ist aber möglich, den Körper mithilfe einer Nierendiät von Abbauprodukten zu entlasten. Die Nierendiät zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie hoch verdaulich ist und einen geringeren Gehalt an bestimmten Stoffen hat. Bei einer Nierendiät wird in der Regel darauf geachtet, dass das Hundefutter weniger Phosphat, Natrium, Kalium und Protein enthält. Die Niere wird unter anderem entlastet, wenn der Gehalt an Phosphat und Natrium reduziert wird. Oftmals geht mit einer Niereninsuffizienz bei Hunden auch ein Kaliumüberschuss einher, weshalb Kalium ebenfalls in geringerer Menge gefüttert werden sollte. Doch auch der wichtigste Bestandteil der Hundeernährung, nämlich Protein, muss angepasst werden.

Eine angepasste Ernährung ist wichtig
© Yakobchuk Olena – stock.adobe.com

Proteine und Fette während der Nierendiät beim Hund

Der Proteingehalt sollte keinesfalls drastisch gekürzt, sondern stets an die Schwere der Krankheit angepasst werden. Die Qualität der Proteine ist im gleichen Maße wichtig wie die gefütterte Menge, denn nierenkranke Fellnasen sollen möglichst hochwertige Proteine zu sich nehmen. Fette sollten ebenfalls gezielt ausgewählt werden, wobei vor allem auf eine ausreichende Menge an Omega-3-Fettsäuren zu achten ist. Denn Omega-3-Fettsäuren wirken antioxidativ und sorgen für eine gute Blutzirkulation. Am besten wird deshalb Fischöl in die Ernährung integriert, da dieses besonders gut verwertbar ist.

Ochsenziemerstücke     Rinderkopfhautplatten

Kauartikel und Leckerlis für nierenkranken Hund

Nierenkranken Fellnasen wird zwar eine spezielle Diät verordnet, allerdings müssen sie keinesfalls auf Kausnacks und Leckerlis verzichten! Sie können Ihrer Fellnase gerne leicht verdauliche Kauartikel wie Rinderhufe oder Rinderkopfhautplatte anbieten. Ebenso eignet sich die Portugiesische-Heidebaumwurzel optimal als Kauartikel während der Nierendiät. Weniger gut eignen sich hingegen proteinreiche und bindegewebige Kausnacks, wie Rinderhautknochen oder Ochsenziemer. Von einer Knochenfütterung ist gleichermaßen abzuraten, da Knochen besonders viel Phosphor enthalten. Generell lässt sich jedoch sagen, dass auch für nierenkranke Hunde eine abwechslungsreiche und schmackhafte Ernährung gestaltet werden kann. Die Zusammenstellung der Ernährung besprechen Sie am besten mit dem behandelnden Tierarzt. Dieser wird Ihnen auch die Therapiedauer mitteilen und vielleicht sogar spezielles Futter anbieten.

Kauwurzel - M

Niereninsuffizienz bei Hunden ist behandelbar

Eine Erkrankung der Nieren ist eine ernstzunehmende Erkrankung, weshalb sie ehestmöglich behandelt werden sollte. Mit einer entsprechenden Therapie und einer adaptierten Diätetik können die Vierbeiner auch mit einer eingeschränkten Niere zurechtkommen. Wichtig hierbei ist vor allem eine konsequente Anpassung der Ernährung, da dadurch die Nieren optimal entlastet werden. Auf Kausnacks und andere Leckereien muss Ihr tierischer Freund jedoch auch trotz Diät nicht verzichten!