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Mantrailing für Hunde

« Artgerechtes Training für tierische Schnüffler »

Hunde haben eine ausgeprägte Nase und lieben es, zu schnüffeln. Wenn Sie mit Ihrem Haustier besondere Suchspiele starten möchten, dann haben wir eine Empfehlung für Sie: Mantrailing. Was das ist, woher es kommt und welche Vorteile dieses Hundetraining bietet, erfahren Sie hier.

Ursprung und Herkunft

Mantrailing für Hunde stammt ursprünglich aus Amerika und dient als Ausbildung für Personenspürhunde. Mittlerweile hat sich das Training auch fest in Deutschland etabliert, sodass die ausgebildeten Suchhunde als wertvolle Helfer im Polizei- und Rettungsdienst gelten.

Die Tiere lernen, ihren ausgeprägten Geruchssinn gezielt einzusetzen, um bestimmte Personen zu finden. Dadurch ist es ihnen möglich, einen bestimmten Geruch herauszufiltern und die Spur über mehrere Kilometer präzise zu verfolgen. Um den Gesuchten zu finden, orientieren sie sich an einer Duftprobe mit dem Individualgeruch des Menschen.

Rettungshundestaffel
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Was ist der Individualgeruch?

Jeder Mensch hat gewisse einzigartige Merkmale, an dem man ihn identifizieren kann. Am bekanntesten ist der Fingerabdruck, der für die Kriminalistik relevant ist. Aber wussten Sie, dass jeder anders riecht? Man spricht hier vom Individualgeruch. Dieser entsteht durch die Absonderung und Zersetzung von Hautzellen, von denen wir Menschen rund 16 Gramm täglich verlieren. Diese Hautzellen verteilen sich zunächst in der Luft und haften an Objekten, die wir berühren. Der einzigartige Geruch entsteht, wenn Bakterien diese Hautzellen zersetzen und dadurch Gase freigesetzt werden.

Eine menschliche Nase kann diesen Geruch nie wahrnehmen. Hundenasen hingegen sind außerordentlich sensibel. Außerdem können Vierbeiner stereoriechen. Das heißt, sie können Duftsignalen in den jeweiligen Nasenlöchern getrennt verarbeiten. Beim Mantrailing ist es Hunden möglich Gerüche zu lokalisieren und diese dementsprechend zu verfolgen.

Labrador Nase
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Für wen eignet sich das Suchtraining?

Mantrailing ist ein besonders artgerechtes Hundetraining, das Fellnasen sowohl geistig als auch körperlich fördert. Das Training ist vor allem für jagdlich motivierte Tiere interessant, allerdings eignet es sich prinzipiell für alle Hunderassen. Das Suchtraining ist gelenkschonend, sodass auch große und massige Hunderassen, die z. B. für Agility-Sport nicht gebaut sind, oder ältere Haustiere, ihren Spaß daran haben.

Frauchen und Herrchen, die nicht schnell zu Fuß unterwegs sind, finden hier ebenfalls eine tolle Beschäftigung mit ihrem Liebling.

Mantrailing Hundeschule
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Das wird benötigt

Im Idealfall besuchen Sie eine verifizierte Hundeschule, um das Mantrailing mit Ihrem Hund zu erlernen. Denn insbesondere bei Anfängern schleichen sich leicht Fehler in das Training ein, welche später nur schwer ausgebügelt werden können. Für die Übungen selbst benötigen Sie kaum Equipment. Gut sitzendes Brustgeschirr sowie eine etwa 5 bis 10 Meter lange Leine sind bereits ausreichend. Des Weiteren brauchen Sie eine Geruchsprobe, also etwas, mit dem die „vermisste“ Person in Berührung gekommen ist. Anfänglich ist es ratsam, stets Geruchsproben zu verwenden, welche nahe am Körper getragen wurden. Deswegen eignen sich T-Shirts oder Socken besonders gut.

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Vor allem an heißen Tagen sollten Sie für Ihr Haustier außerdem ausreichend zum Trinken mitnehmen, um für Erfrischung zu sorgen. Ebenfalls dabei sein sollten knackige Leckerlis, Trainingssnacks oder andere kleine Kauartikel, um Ihren vierbeinigen Freund für seinen Trainingserfolg zu belohnen. Beliebte Hundesnacks stellen außerdem Mini-Würstchen dar. Wichtig ist, dass die Happen in Hosen- und Jackentasche passen.

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Die ersten Schritte beim Mantrailing: Start- und Anzeigesignal trainieren

Im Idealfall sieht das Mantrailing wie folgt aus: Der Hund schnuppert an der Geruchsprobe, nimmt den Geruch auf und verfolgt die Spur. Damit das am besten klappt, müssen Sie zunächst Start- und Anzeigesignale üben.

Diese Signale können Sie sich selbst aussuchen, allerdings sollten sie sich von Alltagskommandos abheben.

Als Startsignal empfiehlt es sich nicht, „Such“ verwenden, denn dieser Begriff wird häufig im Alltag bei kleineren Suchspielen gebraucht. Das Anzeigesignal wird vom Vierbeiner ausgeführt, wenn er die vermisste Person tatsächlich gefunden hat. Hierfür kann er sich entweder hinsetzen, hinlegen oder bellen.

Vermisste suchen und finden

Beginnen Sie das Training stets mit einem Ritual, indem Sie ihrem tierischen Freund einleitend das Trainingsgeschirr anlegen und ihn anleinen. Währenddessen legt die zu suchende Person etwa drei Duftproben auf einer Entfernung von etwa 10 bis 15 Metern aus und versteckt sich anschließend beispielsweise hinter einer Hausmauer oder in einem Gebüsch. Wenn der Gesuchte nicht mehr sichtbar ist, halten Sie Ihrem Haustier die Geruchsprobe hin und geben ihm ein Startkommando.

Lassen Sie sich nun von Ihrem tierischen Freund führen und geben Sie Ihm die Möglichkeit, selbst einen Lösungsweg zu finden. Beobachten Sie ihn genau und achten Sie auf seine Körper- und Rutenhaltung, aber auch auf seine Kopfbewegungen. Wenn die vermisste Person gefunden wurde, loben Sie ihre Fellnase ausgiebig, wobei Sie sie auch mit einem Hundeleckerli belohnen können.

Vermisste suchen und finden
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Übungseinheiten erschweren: Suchen für Fortgeschrittene

Sie können das Mantrailing für Ihren Hund auf vielerlei Arten erschweren, wobei diese Schwierigkeiten immer nur „step by step“ in das Training integriert werden sollten. Vergessen Sie nicht, dass ausgebildete Personensuchhunde ein rund zwei Jahre langes Training absolvieren, ehe sie tatsächlich zum Einsatz kommen.

Achten Sie deshalb immer auf den Lernfortschritt Ihres Vierbeiners und passen Sie das Hundetraining stets nach seinen Bedürfnissen an.

Anfangs können Sie beispielsweise das Suchgebiet ausweiten und die Anzahl der Duftproben reduzieren. Fortgeschrittene können unter anderem in geruchlich stark kontaminierten Gebieten eine Spur suchen und lernen, Personen zu differenzieren. Je älter die Spur ist, desto schwieriger wird es für die Tiere, sie zu verfolgen. Vergessen Sie jedoch nicht, dass das Mantrailing Ihrem Hund und natürlich Ihnen Spaß machen soll.

Mantrailing ist empfehlenswert für alle Mensch-Tier-Teams

Mantrailing für Hunde dient vor allem für die Ausbildung von Rettungs- und Polizeihunden, allerdings eignet es sich hervorragend als gemeines Hobby für Haustier und Halter. Denn dieses spezielle Hundetraining basiert auf dem Geruchssinn der Fellnasen und ist deswegen eine artgerechte Beschäftigung für viele Rassen. Das Suchen und Finden von Menschen mittels einer Geruchsprobe ist äußerst herausfordernd und fordert geistig als auch körperlich.

Mantrailing Polizeihund
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