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Kohlenhydrate für Hunde

« Wichtige Energielieferanten oder ungesund? »

Eine ausgewogene Hundeernährung besteht sowohl aus Proteinen und Fetten, aber auch aus Kohlenhydraten. Letzteren geht häufig der Ruf voraus, ungesunde Dickmacher zu sein. Doch stimmt das wirklich? Wir gehen der Sache auf den Grund und klären über Kohlenhydrate für Hunde auf.

Echte Energielieferanten

Kohlenhydrate sind wertvolle Nährstoffe, die in verschiedenen pflanzlichen Futtermitteln enthalten sind. Sie bestehen zu rund 60 bis 80 Prozent aus Stärke und stellen somit optimale Energielieferanten für den besten Freund des Menschen dar. Vierbeiner können zwar auch aus Proteinen und Fetten Energie gewinnen, allerdings ist dies bei Weitem nicht so effektiv.

Kleiner Malteser springt ueber eine Wiese
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Kohlenhydrate bringen zwei entscheidende Vorteile mit sich: Zum einen sind sie in der Regel gut verträglich und zum anderen ist die gewonnene Energie schnell verfügbar. Das kommt natürlich unseren Haustieren zu Gute, wobei vor allem aktive sowie trächtige Hündinnen von den Energiespendern profitieren.

Aufgaben und Funktionen im Hundekörper

Glucose gilt als Hauptlieferant für Energie. Es ist nicht nur in unzähligen Stoffwechselvorgängen im Hundekörper beteiligt, sondern auch wichtig für das Nervensystem. Eine Studie der amerikanischen Psychologin Dr. Holly C. Miller hat zudem ergeben, dass eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten die Konzentration und Stressresistenz von Hunden fördert. Weiterhin gibt es die sogenannten Präbiotika, welche eine stabile Verdauung unterstützen.

Hundemama mit ihren Welpen
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Auch in besonderen Lebenssituationen, wie beispielsweise bei Trächtigkeit, sollten die Energiespender auf dem Speiseplan stehen. Werdende Hundemamas benötige ohnehin mehr Energie, doch auch die Föten sind auf die Energiespender angewiesen, da sie ihren Energiebedarf überwiegend mit Glucose decken.

Sind Kohlenhydrate verträglich?

Kohlenhydrate sind für Hunde zwar wichtig, dennoch sollten sie stets nur in Maßen gefüttert werden. Hierfür gibt es zweierlei Gründe: Zum einen muss die Verträglichkeit stets berücksichtigt werden und zum anderen natürlich die aktuelle Lebenssituation des Hundes. Die Stoffe sind generell gut verdaulich, allerdings hängt die Verträglichkeit unter anderem vom Alter des jeweiligen Tieres ab. Stärke ist eine komplexe, langkettige Kohlenhydratverbindung, welche von adulten Tieren grundsätzlich gut vertragen wird.

Labrador Welpe
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Bei Welpen ist hingegen Vorsicht geboten, denn diese sollten zwar weniger Stärke erhalten, vertragen jedoch Lactose (Milchzucker) vergleichsweise gut. Unabhängig vom Alter des Tieres ist jedoch stets darauf zu achten, dass die Energielieferanten nicht im Übermaß gefüttert werden.

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Wie viel Kohlenhydrate für Hunde optimal sind, lässt sich jedoch nicht verallgemeinern. Denn letztendlich ist die Menge stets an den Energiebedarf des jeweiligen Tieres anzupassen. Grundsätzlich sollte eine Hundemahlzeit jedoch zum Großteil aus Proteinen (Fleisch und/oder Fisch) bestehen und der kohlenhydrathaltige Teil geringer ausfallen. Ebenso proteinreich sollten Hundekauartikel sein, etwa Kausnacks vom Fisch.

Über- und Unterversorgung ist möglich!

Grundsätzlich gilt: Eine geringe Unterversorgung stellt für die Vierbeiner kein Problem dar. Denn die Fellnasen können auch aus Fetten und Proteinen ihre Energie gewinnen. Eine Unterversorgung geht bei adulten Hunden meist mit Gewichtsverlust einher, welche mit einer Anpassung der Futterzusammensetzung ausgeglichen werden kann.

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Anders verhält es sich hingegen bei einer Überversorgung, die durchaus gefährliche Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Wie beim Menschen auch, kann der übermäßige Verzehr von Kohlenhydraten zu Übergewicht führen. Denn überschüssige Kohlenhydrate werden nicht ausgeschieden, sondern in Fettdepots umgewandelt und als solche im Körper gespeichert.

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Nicht zu vergessen ist natürlich, dass sie Zahnprobleme begünstigen können. Denn sie fördern die Vermehrung von Bakterien im Hundemaul, wodurch das Risiko von Karies, Parodontose und Mundfäulnis wesentlich ansteigt.

Weitere Folgen können zudem Magen-Darm-Krankheiten und Verdauungsbeschwerden sein.

Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass der Darmtrakt von Hunden sich nur bedingt zur Verdauung von Kohlenhydraten eignet. Denn deren Dünndarm fällt verhältnismäßig kurz aus und auch der Aufbau der Darmflora unterscheidet sich von dem des Menschen.

Ist eine getreidehaltige Ernährung schädlich für den Hund?

Getreide ist zwar kohlenhydratreich, allerdings kann die darin enthaltene Stärke meist nicht direkt verwertet werden. Damit Fellnasen die Energie aus diesen Zutaten gewinnen können, müssen diese vor der Verfütterung bearbeitet werden. Wer sich für die BARF-Fütterung entscheidet, sollte Zutaten wie Reis und Nudeln daher stets ausreichend weichkochen.

Zutaten fuer Hundefutter
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Für viele Hundehalter stellt sich natürlich die Frage, ob Getreide tatsächlich gesund ist für den Hund. Denn fälschlicherweise hält sich immer noch das Gerücht, dass es schädlich für die Vierbeiner sei. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Halbwahrheit, denn Getreide ist grundsätzlich keinesfalls schädlich. Allerdings reagieren einige Fellnasen empfindlich auf glutenhaltige Getreidesorten, wie Weizen oder Dinkel.

Getreide im Hundefutter

Doch auch empfindliche Tiere müssen keinesfalls auf die wichtigen Energielieferanten verzichten! Denn für diese bieten sich glutenfreie Getreidesorten wie Hirse, Buchweizen oder Amaranth an. Getreidehaltige Futtermittel vom Nass- und Trockenfutter, bis hin zu köstlichen Leckerchen für zwischendurch.

Cerea Brush Zahnbuerste Mini Sortiert Cerea Cross-Bone

Denn mittlerweile gibt es eine beachtliche Auswahl an vegetarischen Kausnacks, welche kohlenhydratreich sind. Diese Kausnacks bestehen in der Regel aus einer Kombination von Getreide und Gemüse und sind zudem mit weiteren wertvollen Zutaten, wie Ölen und Fetten angereichert.

Kohlenhydratreiche Hundeernährung

Neben Getreide gibt es natürlich auch Gemüse, welches reich an Kohlenhydraten ist. Allen voran sind hier Kartoffeln zu erwähnen, welche pro 100 Gramm rund 16 Gramm dieses Stoffes enthalten. Hinzu kommt, dass die Knollen vergleichsweise kalorienarm und nur wenig Zucker enthalten.

golden retriever eating dog food from metal bowl
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Wichtig: Wer die Knollen frisch zubereitet, sollte diese ausreichend lange kochen! Denn rohe Kartoffeln enthalten Solanin, das für Vier- und Zweibeiner giftig ist. Es ist daher ratsam, auch das Kochwasser anschließend wegzuschütten. Eine Alternative zu gewöhnlichen Kartoffeln stellen Süßkartoffeln dar. Diese können ebenfalls in geschälter und gekochter Form verfüttert werden.

Gemüse und Obst sollte generell in die Ernährung der Vierbeiner integriert werden, da sie nicht nur kohlenhydratreich sind, sondern auch eine Vielzahl Vitamine und Mineralien liefern.

Doch Vorsicht: Nicht alle vegetarischen Köstlichkeiten eignen sich für Hunde! Rosinen und Trauben beispielsweise sind giftig für unsere Haustiere. Besser eignen sich hingegen Vitaminbomben wie Bananen oder Brombeeren.

Ausgewogene Ernährung ist für Hunde wichtig

Eine Low-Carb-Ernährung ist nur bedingt empfehlenswert, denn die vermeintlichen Dickmacher stellen eine wichtige Energiequelle für unsere Fellnasen dar. Eine ausgewogene Ernährung beinhaltet demnach Proteine und Fette, aber eben auch Kohlenhydrate!

Ausgewogene Ernaehrung fuer Hunde
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Diese können in Form von Getreide sowie Obst und Gemüse zugefüttert werden. Doch auch hierbei gilt: stets in Maßen! Denn eine Überversorgung kann, wie auch beim Menschen, zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.