Der Kausnack liegt plötzlich ein paar Stunden unberührt auf der Hundedecke. Früher war er nach wenigen Minuten verputzt. Kauknochen für alte Hunde müssen andere Ansprüche erfüllen als die Kauartikel aus jungen Jahren. Wir zeigen Ihnen, welche Kausnacks für Seniorhunde geeignet sind.
Wenn der Kauknochen plötzlich unberührt bleibt
Das Älterwerden ist der Lauf des Lebens – für Mensch und Tier. Für Ihren Seniorhund beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Bedürfnissen. Das sehen Sie nicht nur an den neuen grauen Härchen um die Schnauze oder längeren Pausen bei der alltäglichen Gassi-Runde. Auch das nachlassende Interesse an schmackhaften Hunde-Kausnacks ist ein Indiz dafür, dass Ihre Fellnase altert.
Das fehlende Interesse hat dabei wenig mit einer Veränderung der Geschmacksknospen zu tun, wie man zunächst vermuten würde. Es liegt eher daran, dass sich Struktur und Härte des Gebisses verändert haben: Der Zahnschmelz wird dünner, die Zähne spröder, das Zahnfleisch zieht sich mehr und mehr zurück und einzelne Zähne sitzen plötzlich lockerer im Kiefer als noch vor ein paar Monaten. Dazu kommt eine Kaumuskulatur, die an Kraft verliert. Was Ihr Vierbeiner früher mühelos zerlegt hat, kostet ihn heute Mühe. Und Mühe, die wehtut, stellt ein Hund schnell ein.
Auch im Bauch geht es bei alten Vierbeinern ruhiger zu. Die Verdauung arbeitet langsamer, Kauartikel mit viel Bindegewebe liegen entsprechend länger im Magen. Dazu kommt ein Punkt, den viele Halterinnen und Halter unterschätzen: Weil die Spaziergänge kürzer und die Ruhephasen länger werden, sinkt der Energiebedarf des Tieres. Ein Snack, der jahrelang einen festen Platz in der Tagesration hatte, fällt jetzt buchstäblich mehr ins Gewicht.
Der Daumennagel-Test: So hart sollten Kauknochen für alte Hunde sein
Harte Kauknochen lassen Seniorhunde in dieser Lebensphase gerne mal links liegen. Zu anstrengend und oft auch zu schmerzhaft ist der Genuss. Woran erkennen Sie also, dass ein Kauartikel die passende Härte für alte Hunde hat? Das Gute: Zum Testen des Härtegrades ist kein Messgerät nötig. Sie brauchen nur Ihren Daumen.
Der Sinn dahinter ist tatsächlich etwas ernster, als der kleine Test vermuten lässt. Zu harte Kauartikel gehören zu den häufigsten Ursachen für gebrochene Zähne beim Hund. Betroffen ist meist der große Reißzahn im Oberkiefer, weil er beim Zerbeißen die höchste Last trägt. Und weil die Zahnsubstanz im Alter spröder wird, steigt das Risiko mit jedem Jahr. Bemerkt wird so ein Bruch häufig erst spät: Hunde zeigen Schmerzen im Fang kaum und fressen tapfer weiter.
Die Tabelle zeigt exemplarisch, welche Kauknochen und Kauartikel für Seniorhunde taugen – und welche eher nicht:
| Kauartikel | Härte | Für Senioren | Hinweis |
| Seniorkauknochen mit Pansenfüllung | weich bis mittel | ja | Ohne geschlossene Hautummantelung, gibt früh nach |
| Lachs- und Dorschhaut | weich | ja | Dünn, auch mit wenig Beißkraft zu zerteilen |
| Getrocknete Lunge, Herz, Pansen | weich | ja | Wenig Bindegewebe, leicht verdaulich |
| Hirschhaut | mittel | meist ja | Fettarm, gibt beim Kauen spürbar nach |
| Ochsenziemer, Rindersehnen | mittel bis fest | eingeschränkt | Hoher Kollagenanteil, schwerer verdaulich |
| Kauwurzeln, Geweih, Rinderhörner | sehr hart | nein | Erhöhtes Risiko für Zahnfrakturen |
| Gefrorene oder gekochte Knochen | sehr hart bzw. splitternd | nein | In jedem Lebensalter ungeeignet |
Bei Hunde-Kausnacks haben wir zum Beispiel Seniorkauknochen mit Pansenfüllung als schmackhafte Alternative. Sie kommen ohne die äußere, geschlossene Hautummantelung aus, sodass der Kauknochen früher nachgibt und sich auch mit weniger Beißkraft zerkleinern lässt.
Übrigens: Für eine lange Kaudauer sorgt bei Hundesenioren nicht die Härte, sondern die Größe. Ein großes weiches Stück beschäftigt Ihren Liebling länger als ein kleines hartes.
Ein paar Kilos zu viel? Fettarme Kauartikel für Hundesenioren mit Übergewicht
Fett ist der energiedichteste Nährstoff überhaupt: Ein Gramm liefert mehr als doppelt so viel Energie wie ein Gramm Kohlenhydrate. Bei einem Vierbeiner, der ohnehin weniger verbraucht als früher, zeigt sich das erstaunlich schnell auf der Waage, wenn die Futtermenge gleichbleibt. Ein Blick auf den angegebenen Rohfettgehalt lohnt sich deshalb vor jedem Kauf.
Als grobe Orientierung: Alles unter fünf Prozent Rohfett gilt als fettarm, sehr magere Sorten liegen bei rund zwei Prozent. Getrocknete Schweineohren kommen dagegen auf zweistellige Werte. So angenehm weich sie für ein Seniorengebiss auch sind, für übergewichtige Tiere sind sie die falsche Wahl.
Deutlich schlanker fallen Kauartikel vom Hirsch aus, ebenso die Sorten in unserer Auswahl an Kausnacks zur Diät.
Kauartikel für alte Hunde mit fehlenden Zähnen oder empfindlichem Gebiss
Fehlende Backenzähne bedeuten nicht, dass es mit dem Knabberspaß vorbei ist. Fellnasen mit lückenhaftem Gebiss kauen einfach anders: Sie weichen den Snack mit Speichel auf, schieben ihn mit der Zunge zurecht und lösen kleine Portionen ab. Für diese Technik brauchen sie flache, dünne und faserige Kauartikel.
Bewährt haben sich getrocknete Lunge, schmale Kaustreifen und vor allem Kausnacks vom Fisch. Lachs- und Dorschhaut lassen sich mit wenig Beißkraft zerteilen und liefern nebenbei Omega-3-Fettsäuren für Haut und Fell. Auch flach getrockneter Pansen funktioniert gut, weil er nachgibt, statt zu widerstehen.
Beobachten Sie Ihren tierischen Liebling beim Kauen ruhig einmal genauer. Warnsignale, dass ein Kauknochen für alte Hunde nicht geeignet ist, sind:
- Ihr Hund hält den Kopf ständig schief, kaut auffällig einseitig oder lässt den Snack immer wieder fallen: Dann steckt oft Schmerz dahinter.
- Mundgeruch
- Blutspuren am Kauartikel
- vermehrter Speichelfluss
Sicher kauen: Worauf Sie bei älteren Hunden achten sollten
Die oberste Regel: Ein Seniorhund sollte nie völlig unbeaufsichtigt am Kauknochen nagen. Denn mit nachlassender Kaukraft neigen ältere Tiere dazu, das Reststück im Ganzen herunterzuschlucken, statt es weiter zu zerkleinern. Nehmen Sie das Endstück deshalb rechtzeitig weg, sobald es klein genug ist, um im Fang zu verschwinden. Ihr Liebling wird protestieren – und das dürfen Sie ihm nachsehen.
Auffällig ist außerdem, dass die Kauzeit im Alter generell kürzer ausfällt. Das liegt daran, dass die Kiefermuskulatur schneller ermüdet. Eine gute Kauzeit liegt bei älteren Vierbeinern zwischen 15 und 20 Minuten am Stück. Stellen Sie zusätzlich einen Napf mit frischem Wasser bereit, denn getrocknete Kauartikel binden Flüssigkeit.
Abgesehen vom Kauknochen selbst ist auch der Platz wichtig, an dem Ihr Seniorhund genüsslich knabbern darf. Ruhig sollte er sein, damit Ihr Vierbeiner entspannt genießen kann, ohne zu schlingen. Warum ruhiges Kauen für den Stressabbau wichtig ist, erklären wir unter Warum ist Kauen für Hunde so wichtig.
Tun Sie Ihrem Seniorhund etwas Gutes
Kauen ist eine der wenigen Beschäftigungen, die den Kopf fordern, ohne Gelenke und Bandscheiben zu belasten. Für einen Vierbeiner, dem Apportieren und Toben schwerfallen, ist das eine Menge wert. Verstecken Sie kleinere Snacks im Garten oder in der Wohnung und lassen Sie Ihren Seniorhund suchen. Zehn Minuten Nasenarbeit machen angenehmer müde als eine zusätzliche Runde um den Block.
Und nach dem Suchen kommt das gemütliche Snacken! Hat Ihr tierischer Freund seinen Fund erst einmal erobert, ist er für die nächste Viertel- oder halbe Stunde beschäftigt. Dieses Ritual wird mit den Jahren eher wichtiger als unwichtiger. Nicht vergessen: Kalorienbewusstes Knabbern ist für Ihren Seniorhund jetzt das A und O. Und welcher Kauknochen der richtige ist, zeigt Ihnen Ihr Hund am Ende selbst.
Häufige Fragen zu Kauknochen für alte Hunde
Ab welchem Alter gilt ein Hund als Senior?
Das hängt von der Größe ab. Kleine Rassen erreichen das Seniorenalter mit etwa zehn bis elf Jahren, mittelgroße mit rund acht, große und sehr große Rassen schon mit sechs bis sieben Jahren. Ein Deutscher Schäferhund ist also deutlich früher Senior als ein Zwergpinscher.
Wie oft darf ein Hundesenior einen Kauknochen bekommen?
Zwei- bis viermal pro Woche sind bei fettarmen Sorten unproblematisch, sofern Sie die Kalorien von der Tagesration abziehen. Reagiert Ihr Haustier empfindlich, tasten Sie sich langsam heran und behalten den Kot im Blick.
Kann man harte Kauartikel für alte Hunde einweichen?
Bei Naturprodukten aus Haut, Sehnen oder Lunge funktioniert das gut. Legen Sie den Kauknochen zehn bis fünfzehn Minuten in lauwarmes Wasser, bis die Oberfläche nachgibt, und bieten Sie ihn danach zeitnah an. Bei Geweih, Hörnern und Kauwurzeln bringt Einweichen nichts – die bleiben hart.
Entfernen Kauknochen bei alten Hunden Zahnstein?
Kauen reduziert mechanisch weichen Zahnbelag und bremst so die Neubildung. Festen Zahnstein löst das Knabbern am Kauknochen jedoch nicht ab. Dieser lässt sich nur bei einer professionellen Zahnreinigung in der Tierarztpraxis entfernen. Kausnacks ergänzen die Zahnpflege, aber ersetzen sie nicht.





