Sicher ins gemeinsame Lauftraining starten!
Sie gehen gerne laufen und Ihr Hund schaut Sie jedes Mal sehnsüchtig an, wenn Sie in Laufklamotten zur Haustür hinauswollen? Dann liegt der Gedanke nahe, das Joggen mit Hund auszuprobieren. Doch bevor Sie gemeinsam loslaufen, sollten Sie einiges beachten: Nicht jede Hunderasse eignet sich als Laufpartner, das Alter spielt ebenfalls eine Rolle und auch der richtige Einstieg will geplant sein. Wir geben Ihnen nützliche Tipps, wie Sie Ihre Fellnase sicher und erfolgreich ans Laufen gewöhnen.
Ist Joggen überhaupt gut für Hunde?
Auf jeden Fall! Regelmäßiges Laufen stärkt das Herz-Kreislauf-System Ihres Vierbeiners, baut Muskeln auf und kann Übergewicht vorbeugen. Gleichzeitig lastet Hundesport Ihren Hund mental aus und stärkt die Bindung zwischen Ihnen beiden. Wichtig ist nur, dass Ihr Vierbeiner gesund ist und Sie das Training an seine körperlichen Möglichkeiten anpassen.

Das richtige Alter für den Einstieg
Wann Sie mit Ihrem Hund joggen können, hängt davon ab, ob seine Wachstumsfugen bereits geschlossen sind. Bei kleinen Rassen wie Jack Russell oder Beagle ist das meist zwischen dem 8. und 10. Lebensmonat der Fall. Mittelgroße Hunde wie Labrador sind zwischen 12 und 15 Monaten bereit, während große Rassen wie Schäferhund oder Golden Retriever erst ab 18 bis 24 Monaten regelmäßig joggen sollten.
Am sichersten ist es, wenn Sie vor dem ersten Lauftraining ein Röntgenbild beim Tierarzt machen lassen. Nur so können Sie sicher sein, dass die Wachstumsfugen geschlossen sind. Außerdem sollte Ihr Vierbeiner die wichtigsten Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Bei Fuß“ zuverlässig beherrschen.
Welche Hunderassen eignen sich für den Laufsport?

Als perfekte Laufpartner erweisen sich ausdauernde Rassen mit gesunden Atemwegen:
- Border Collie
- Australian Shepherd
- Husky
- Weimaraner
- Vizsla
- und die meisten Windhundrassen laufen gerne längere Strecken.
Auch Labrador und Golden Retriever eignen sich gut, allerdings neigen sie zu Übergewicht – hier sollten Sie regelmäßig das Gewicht kontrollieren.
Weniger geeignet sind Rassen mit verkürzter Schnauze wie Mops, Französische Bulldogge oder Pekinese, da sie schnell unter Atemnot leiden. Gleiches gilt für kleine Hunderassen mit kurzen Beinen und langem Rücken wie Dackel oder Basset Hound – das Laufen belastet ihre Wirbelsäule zu stark.
So wird Ihr Hund zum Laufbegleiter
Bevor Sie mit dem Training starten, sollten Sie unbedingt einen tierärztlichen Check-up machen lassen. Herz, Lunge und Gelenke müssen in Ordnung sein – nur ein gesundes Haustier kann sicher zum Laufbegleiter werden. Bei großen Rassen empfiehlt sich zusätzlich eine Röntgenaufnahme der Hüften.
Für den Einstieg ins Lauftraining hat sich das 5-5-Prinzip bewährt: 5 Minuten langsames Traben, dann 5 Minuten normales Gehen. Diese Intervalle wiederholen Sie 2-3 Mal pro Trainingseinheit.
Weitere Tipps, damit das Joggen für Ihren Vierbeiner zur Gewohnheit wird:
- vor dem Lauf lassen Sie Ihr Haustier ausgiebig schnüffeln und sein Geschäft verrichten
- beginnen Sie immer mit 5-10 Minuten lockerem Gehen als kleines Warm-up
- Steigern Sie das Training wöchentlich: In der zweiten Woche können Sie 7-7-Intervalle probieren, in der dritten bereits 10-5-Intervalle. Wichtig ist dabei, dass Ihr Hund das Tempo vorgibt.
- Bei starkem Hecheln legen Sie sofort eine Pause ein.
- Mit hochwertigen Trainingsleckerlies können Sie die Fellnase während des Laufs motivieren und bei der Stange halten.

Wenn der Hund müde wird: Warnsignale erkennen
Um unschöne Überanstrengung bei der Joggingrunde zu vermeiden, sollten Sie die Warnsignale Ihres Haustiers rechtzeitig erkennen und die Körpersprache richtig deuten:
- Tiefrote Zunge
- stark zurückgezogene Lefzen
- blasse oder weißliche Maulschleimhäute.
- exzessives Hecheln, das auch nach kurzen Pausen nicht nachlässt, ist es Zeit für eine längere Erholungsphase.
Fällt Ihr Vierbeiner immer weiter zurück, verweigert das Weiterlaufen oder zeigt einen taumelnden Gang, beenden Sie sofort das Training. Bieten Sie ihm Wasser an und suchen Sie Schatten auf.

Nach dem Lauf sollten Sie auf Anzeichen von Muskelkater achten: steifer Gang, Probleme beim Aufstehen oder sichtliches Unwohlsein beim Bewegen. In diesem Fall gönnen Sie Ihrem Vierbeiner mindestens zwei Tage Pause. Kleine Kausnacks können bei der Regeneration helfen und zeigen ihm gleichzeitig, dass er alles richtig gemacht hat.
Do’s and Don’ts beim gemeinsamen Laufen
Ob Anfänger oder fortgeschrittene Läufer – einige wichtige Regeln sollten Sie immer beachten. Laufen Sie niemals mit Ihrem Hund, wenn er gerade gefressen hat. Das Risiko einer Magendrehung ist zu hoch! Warten Sie mindestens zwei Stunden nach der Fütterung, oder gehen Sie morgens vor der ersten Mahlzeit joggen.
Im Sommer sind die frühen Morgenstunden vor 9 Uhr oder die späten Abendstunden nach 19 Uhr optimal. Bei Temperaturen über 25°C sollten Sie gar nicht in der prallen Sonne laufen. Testen Sie heißen Asphalt mit der Handrücken-Regel: Halten Sie 5 Sekunden die Hand auf den Boden – ist es für Sie zu heiß, ist es auch für die Hundepfoten zu heiß.
Bevorzugen Sie weiche Untergründe wie Waldwege, Feldwege oder Parkrasen. Harte Oberflächen wie Beton oder Asphalt sollten Sie bei langen Strecken vermeiden. Nehmen Sie immer Wasser für beide mit und trinken Sie alle 10-15 Minuten. Ignorieren Sie niemals Warnsignale oder versuchen Sie „durchzupowern“ – das kann gefährlich werden.
Wenn Sie diese Regeln befolgen, wird das gemeinsame Laufen für Sie beide zu einem echten Vergnügen. Trainingssnacks wie leckere Hunde-Cookies nach erfolgreichen Einheiten sorgen für zusätzliche Motivation.
Gemeinsam fit: Ihr Weg zum perfekten Laufteam
Mit etwas Geduld, der richtigen Ausrüstung und einem durchdachten Trainingsplan wird Ihr Hund schon bald mit leuchtenden Augen auf die gemeinsamen Laufrunden warten. Das regelmäßige Laufen stärkt nicht nur die körperliche Fitness von Ihnen beiden, sondern schafft auch eine ganz besondere Verbindung. Jeder Schritt, den Sie gemeinsam zurücklegen, festigt das Vertrauen und die Kommunikation zwischen Ihnen. Also schnüren Sie die Laufschuhe, schnallen Ihrer Fellnase das Brustgeschirr an – und ab geht‘s an die frische Luft!
Häufige Fragen rund um das Laufen mit Hund
Wie lange kann ich mit dem Hund joggen gehen?
Anfänger starten mit 20-30 Minuten inklusive Gehpausen, erfahrene Teams können 45-60 Minuten schaffen. Die Dauer hängt von Rasse, Alter, Fitness und Wetter ab. Kleine Rassen sind meist nach 30 Minuten erschöpft, große ausdauernde Rassen wie Border Collie können bei kühlen Temperaturen auch länger. Wichtig: Ihr Hund bestimmt das Tempo und die Dauer – bei ersten Ermüdungszeichen sofort aufhören.
Wie viele Kilometer kann ich mit dem Hund joggen gehen?
Einsteiger schaffen 2-3 Kilometer, gut trainierte Teams können 5-8 Kilometer zurücklegen. Extrem-Läufer unter den Hunden wie Husky oder Weimaraner schaffen bei optimalen Bedingungen auch über 10 Kilometer. Entscheidend ist die schrittweise Steigerung: Erhöhen Sie die Distanz um maximal 10% pro Woche. Bei Temperaturen über 20°C sollten Sie die gewohnte Strecke automatisch halbieren.
Welche Ausrüstung brauche ich beim Joggen mit Hund?
Essentiell sind: Elastische Laufleine (1,5-2m) mit Hüftgürtel, gepolstertes Brustgeschirr, Wasserflasche für beide, Handy für Notfälle. Optional: Reflektierende Weste bei Dämmerung und ein Leuchthalsband für den Vierbeiner. Außerdem kleine Leckerchen für die Motivation und eventuell ein Mini-Erste-Hilfe-Set mit Pfotenbalsam. Vermeiden Sie: Halsband statt Geschirr, starre Leinen ohne Dämpfung und schwere Rucksäcke, die Ihre Laufhaltung beeinträchtigen.
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