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Hund zieht an der Leine

« Das Kommando „bei Fuß“ in einfachen Schritten »

Entspannte Spaziergänge durch die Natur erfreuen Hund und Mensch – normalerweise. Wenn der Vierbeiner aber wie wild an der Leine zieht, gestaltet sich das Gassigehen alles andere als erholsam. Allerdings lässt sich das unerwünschte Verhalten mit etwas Übung korrigieren, sodass die gemeinsamen Spaziergänge wieder richtig genossen werden können.

Ihr Hund zieht an der Leine? Das sind mögliche Ursachen!

Wenn Ihr tierischer Freund bei jeder Gassirunde am liebsten nach vorne preschen möchte, liegt das nicht allein an mangelnder Erziehung. Das unerwünschte Verhalten kann unterschiedliche Ursachen haben. Nicht selten kommt es vor, dass Hunde schlichtweg zu wenig ausgelastet werden. Die überschüssige Energie sowie der Bewegungsdrang machen sich dann meist beim Spaziergang bemerkbar. Es kann natürlich auch vorkommen, dass Ihr Haustier sich selbst als das Alphatier des Rudels sieht und dementsprechend Ihre Rolle einnimmt. Das Resultat ist, dass er das Rudel (Sie) führen und die Richtung angeben möchte.

Ziehen an der Leine ist jedoch auch für Welpen ein äußerst typisches Verhalten, jedoch wissen es die jüngsten Fellnasen einfach noch nicht besser. Abgesehen davon verfügen Junghunde natürlich noch nicht über so viel Kraft wie etwa ein ausgewachsenes Tier. Wenn das unerwünschte Verhalten jedoch im Erwachsenenalter nicht unter Kontrolle gebracht wird, wird das durchaus problematisch. Vor allem zerrende große Hunde wie Rottweiler oder Deutsche Doggen kosten einiges an Kraft.

Ziehender Hund an der Leine
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An der Leine ziehen abgewöhnen

Eine besonders effektive Methode, um das Ziehen an der Hundeleine zu unterbinden, ist das sogenannte „be a tree“, also „sei ein Baum“. Bei dieser Taktik bleiben Sie einfach stehen, sobald sich die Leine strafft.

Ihr Haustier wird sich im ersten Moment wahrscheinlich nicht viel daraus machen und weiterhin versuchen, voranzugehen. Sie lassen sich davon jedoch in keiner Weise beeindrucken, sondern verharren wortlos an Ort und Stelle – eben wie ein Baum. Das Tier wird dadurch gezwungen, seine Aufmerksamkeit letztendlich auf Sie zu richten.

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Das ist der richtige Moment, um Ihren Hund zu loben und ihm gerne mit einem Leckerli, etwa in Form von einem Mini-Würstchen oder Trainingssnack, zu belohnen.

An der Leine ziehen abgewoehnen
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Richtungswechsel sorgt für Ablenkung

Eine Alternative zum Stehenbleiben stellt ein unvorhergesehener Richtungswechsel dar. Sobald der Vierbeiner anfängt, zu zerren, bleiben Sie stehen, drehen sich um und gehen in die entgegengesetzte Richtung. In vielen Fällen sind die Fellnasen dadurch vorerst verunsichert, sodass sie regelrecht mit einem Fragezeichen im Gesicht dastehen.

Natürlich ist das Ziel, dass Ihr Haustier „mitmacht“ und in dieselbe Richtung geht. Auch hier können Sie mit Hundeleckerlis sowie kleinen Kausnacks arbeiten.

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Kommando „bei Fuß“ trainieren

Ihr Hund zieht an der Leine? In dem Fall hat es sich stets bewährt, das Kommando „bei Fuß“ beizubringen. Das Ziel hierbei ist, dass der Vierbeiner nicht nur locker an der Leine geht, sondern zugleich direkt neben Ihnen. Zum Erlernen dieses Kommandos können Sie auf unterschiedliche Methoden zurückgreifen, welche sich nicht immer für alle Tiere eignen.

Junge Frau mit Beagle im Park
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Übungsvarianten

Sie können Ihrem tierischen Freund das „bei Fuß gehen“ beibringen, indem Sie ein Leckerli auf Hüfthöhe halten und ihn damit quasi in die Richtung locken. Allerdings konzentrieren sich viele Tiere zu sehr auf die Hundesnacks und vergessen die eigentliche Übung. Eine Alternative hierzu stellt das schrittweise „bei Fuß gehen“ dar.

Hierbei wählen Sie zunächst aus, auf welcher Seite Ihr Haustier bei dem Kommando laufen soll. Bringen Sie Ihren vierbeinigen Begleiter anschließend mit dem Signal „Hier“ oder „Sitz“ in die richtige Ausgangsposition. Nun gehen Sie einige Schritte, wobei Sie den ersten Schritt mit dem Fuß setzen, auf deren Seite sich der Hund befindet. Wenn er mitläuft, dann belohnen Sie ihn mit einem Leckerli und bringen ihn erneut in die Ausgangsposition. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals und steigern Sie langsam die Anzahl der Schritte.

Uebungsvarianten mit der Hundeleine
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Equipment zum Üben

Das richtige Hundegeschirr ist essenziell für die Übungen, denn dadurch reduzieren Sie das Verletzungsrisiko enorm. Trägt Ihr Haustier ein Halsband, wird durch das Ziehen an der Leine Druck auf den Hals- und Nackenbereich ausgeübt. Anders verhält es sich hingegen mit einem Brustgeschirr, denn hierbei verteilt sich der Druck gleichmäßig auf dem Rumpf.

Ebenso wichtig ist die Wahl der Leine, welche möglichst nicht in der Länge verstellbar sein sollte. Flexi-Leinen ermöglichen den Fellnasen zwar mehr Freiraum, welcher entsprechend der Leinenlänge variiert. Die Vierbeiner können dadurch nur schwer einschätzen, in welchem Radius sie sich bewegen können beziehungsweise sollen.

Junger Hund mit Brustgeschirr
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Vorsicht vor dubiosen „Hilfsmitteln“!

Immer wieder lassen sich Hundehalter auf der Straße blicken, welche Ihren Hund mittels Leinenruck am Ziehen hindern wollen. Allerdings handelt es sich hierbei keinesfalls um eine artgerechte und schon gar nicht um eine empfehlenswerte Methode. In erster Linie sei hier natürlich erwähnt, dass der Leinenruck ein enormes Verletzungsrisiko mit sich bringt. Denn durch das ruckartige Ziehen kann es zu Verletzungen am Kehlkopf sowie zu Verspannungen der Halswirbelsäule kommen. Abgesehen davon wird das unerwünschte Verhalten nicht korrigiert und das Tier lernt nicht, wie er es besser machen soll.

Ebenso raten wir absolut von „Hilfsmitteln“ wie Würgeketten, Stachelhalsbänder und Elektrohalsbändern ab. Besser ist es, die Hundeerziehung mit viel Geduld, Liebe und Konsequenz anzugehen.

Denn anstatt unerwünschtes Verhalten zu bestrafen, wird der Fokus stets auf das erwünschte Verhalten gerichtet und mittels positiver Verstärkung gefördert. Denn mit schmackhaften Leckerlis können Sie nicht nur erfolgreiche Trainingseinheiten belohnen, sondern auch die Motivation Ihres Vierbeiners anregen!

Leinenführigkeit lässt sich erziehen

Ein Hund zieht häufig an der Leine, doch das muss nicht sein. Leinenführigkeit lässt sich mit einfachen, jedoch effektiven Schritten üben. Hierbei ist jedoch unbedingt viel Geduld und Konsequenz erforderlich, denn die Übungen müssen in der Regel sehr oft wiederholt werden.

Um den Lernprozess zu fördern und die Motivation des Tieres zu erhalten, sollten Sie ihn stets ausgiebig loben und belohnen.

Leinenfuehrigkeit laesst sich erziehen
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