Hund wacht nachts auf: Ursachen & Tipps zum Durchschlafen

Hund ist nachts wach und kann nicht durchschlafen

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Jahrelang lag Ihre Fellnase abends gemütlich auf ihre Decke und rührte sich bis zum Morgen nicht. Und dann steht sie plötzlich um vier Uhr am Bett oder tapst durchs Zimmer auf der Suche nach einem neuen Schlafplatz. Wir klären, welche Ursachen es gibt, warum Tiere nachts plötzlich wach sind und wie Sie Ihren Hund zum durchschlafen bringen können.

Schlafen Hunde nachts durch? Was normal ist und was nicht

Die kurze Antwort: Ja. Ein gesunder, ausgelasteter Vierbeiner passt sich dem Tagesablauf seiner Menschen an und schläft weitgehend durch. Als soziale Tiere übernehmen sie den Rhythmus ihres Rudels, und in einem Haushalt sind das eben Sie.

Ganz ohne Unterbrechung läuft eine Hundenacht trotzdem nicht ab. Kurzes Aufwachen, Umdrehen, Position wechseln und weiterdösen gehört zum Schlafrhythmus dazu, wie bei uns Menschen. Alles ganz normal. Auffällig wird es erst, wenn Ihr Hund nachts nicht mehr durchschläft, sondern richtig wach wird, aufsteht, umherwandert oder Sie aufweckt – und das über mehrere Nächte.

Wie viel Ruhe ein Hund überhaupt braucht und wie sich Tag- und Nachtschlaf verteilen, haben wir im Ratgeber „Wie viel Schlaf brauchen Hunde“ zusammengetragen. In diesem Beitrag klären wir die Frage: Was tun, wenn ein Tier, das immer durchgeschlafen hat, plötzlich damit aufhört und nachts immer wach ist?

Hund schläft im Hundebettchen© Daniel – stock.adobe.com

Sind Hunde nachtaktiv? Ein verbreiteter Irrtum

Wird Ihr Vierbeiner wach, liegt der Gedanke nahe, er sei eben ein Nachttier. Das stimmt nicht. Hunde sind weder nachtaktiv noch reine Tagtiere, sondern dämmerungsaktiv. Ihre natürlichen Aktivitätsspitzen liegen in der Morgen- und Abenddämmerung, dazwischen dominiert die Ruhe.

Eine Fellnase, die regelmäßig mitten in der Nacht hellwach ist, folgt also keiner „inneren Uhr“, sondern reagiert auf etwas. Deshalb lohnt die Ursachensuche, statt das Aufwachen als Charakterzug abzutun.

Warum Ihr Hund plötzlich nachts wach wird: Die häufigsten Ursachen

Wenn ein erwachsener Vierbeiner nachts nicht durchschläft, obwohl er es früher tat, hat sich meist etwas verändert. Die Ursachen lassen sich in vier Gruppen ordnen.

Der Hund muss nachts raus

Der häufigste harmlose Grund. Mit den Jahren lässt die Blasenkraft nach, und was früher problemlos bis zum Morgen hielt, wird plötzlich knapp. Auch eine spätere oder größere Abendmahlzeit, ein Futterwechsel oder mehr Trinken am Abend füllen die Blase schneller. Muss Ihr Hund nachts raus und schläft danach sofort wieder ein, ist das die wahrscheinlichste Erklärung.

Er ist unter- oder überfordert

Beide Extreme stören den Schlaf. Ein Tier, das tagsüber zu wenig zu tun hatte, ist schlicht nicht müde und meldet sich aus Langeweile. Ein Vierbeiner, der spätabends noch einmal hochgefahren wurde, durch wildes Toben, Besuch oder aufregendes Training, findet umgekehrt nicht in die Ruhe. Beides lässt sich über den Tagesablauf steuern, wie wir weiter unten zeigen.

Bei Tieren, die generell schwer abschalten, hilft ein Blick in unseren Beitrag „Hund ist lustlos und müde“, der auch das Gegenstück beleuchtet.

Etwas hat sich verändert

Hunde sind Gewohnheitstiere, sodass ihr Schlaf ebenfalls von vertrauten Abläufen abhängig ist. Ein Umzug, ein verschobener Schlafplatz, ein neues Familienmitglied, ein anderer Feierabend-Rhythmus oder ungewohnte Geräusche können eine eingespielte Nachtruhe kippen. Oft genügt schon eine Baustelle vor dem Fenster oder eine andere Raumtemperatur, die Ihre Fellnase den Schlaf rauben kann. Sollte Ihr Hund nachts ständig wach sein: Suchen Sie nach dem, was sich zeitgleich mit der Unruhe verändert hat.

Wenn Schmerzen oder Krankheit dahinterstecken

Bleibt der Schlaf über Wochen gestört, ohne dass sich ein äußerer Grund findet, kann die Gesundheit Ihres Tieres die Ursache sein. Arthrose macht sich im Liegen bemerkbar, weil steife Gelenke schmerzen und den Hund die Position wechseln lassen. Auch Husten, Verdauungsbeschwerden oder nachlassendes Seh- und Hörvermögen im Alter stören die Ruhe.

Kommt starkes Hecheln dazu, gehört das gesondert betrachtet, die möglichen Gründe haben wir unter Hund hechelt nachts gesammelt. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie die Ursache mit Ihrer Tierärztin oder -arzt des Vertrauens abklären.

Hund nachts unruhig und wechselt ständig den Platz: was steckt dahinter?

Ein typisches Bild: Ihr Hund ist in der Nacht wach, liegt nicht mehr ruhig, sondern steht auf, dreht sich, legt sich woanders hin und ist wenig später wieder unterwegs. Dieser ständige Platzwechsel ist selten eine Laune. Eher ein Zeichen, dass der Vierbeiner etwas sucht, das er gerade nicht findet.

Oft ist es die Temperatur. Ist es dem Tier zu warm, wandert es auf den kühlen Fliesenboden. Ist es zu kalt, sucht es die weiche Decke. Ein Schlafplatz im Durchzug oder direkt an der Heizung treibt es ebenfalls umher. Bei Seniorhunden steckt hinter dem Umherwandern häufiger ein beginnendes Gelenkproblem: Keine Liegeposition ist mehr wirklich bequem.

Wandert Ihre Fellnase nicht nur umher, sondern wirkt dabei desorientiert, starrt Wände an oder findet den gewohnten Platz nicht mehr, kann bei alten Tieren eine nachlassende Hirnleistung dahinterstecken. In diesem Fall lohnt das Gespräch mit der Tierarztpraxis, denn dagegen lässt sich einiges tun.

Hund liegt mi geöffneten Augen auf Decke - Hund wird nachts immer wach© Eva – stock.adobe.com

So findet Ihr Hund zurück in die Nachtruhe

Steht die Ursache fest, lässt sich fast immer gegensteuern. Drei Hebel wirken zuverlässig.

Auslastung am Tag, nicht am Abend. Ein Vierbeiner, der körperlich und geistig gefordert war, schläft tiefer. Verlegen Sie die fordernden Einheiten, wie zum Beispiel Agility-Training, in die erste Tageshälfte. Ein ausgiebiger Spaziergang oder Schnüffelspiele lasten Ihren Liebling angenehm aus ohne ihn spätabends aufzudrehen.

Ein ruhiger Ausklang. Der Abend sollte herunterfahren, nicht hochfahren. Feste Abläufe helfen: die letzte Runde vor die Tür, gedämpftes Licht im Zimmer und eine ruhige Atmosphäre. Die letzte Mahlzeit liegt am besten einige Stunden vor der Nachtruhe, damit sie nicht schwer im Magen liegt.

Kauen als Einschlafhilfe. Kauen baut Anspannung ab und setzt Botenstoffe frei, die beruhigen. Ein Kauartikel am Abend bringt viele Vierbeiner herunter und schafft eine positive Verknüpfung mit dem Schlafplatz. Gut geeignet sind langlebige, magenschonende Sorten: ein Kauknochen, ein Kaugeweih oder eine Kauwurzel, die nebenbei Belag von den Zähnen lösen. Anders als eine späte Mahlzeit liegt ein solcher Kausnack nicht schwer im Magen. Kleine Leckerchen eignen sich dagegen eher für den Tag.

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Und schließlich der Schlafplatz selbst: ruhig gelegen, vor Durchzug und Hitze geschützt, groß genug zum Ausstrecken. Bei Seniorhunden darf die Unterlage weicher und gut gepolstert sein, damit müde Gelenke nachts nicht drücken.

Ruhige Nächte für Hund und Halter

Wenn Ihr Hund nachts wach wird, ist das fast immer ein lösbares Rätsel, kein Dauerzustand. Gehen Sie die Ursachen der Reihe nach durch, beobachten Sie, was sich zuletzt verändert hat, und geben Sie Ihrem Liebling einen ruhigen Rahmen. In den meisten Fällen kehrt die alte Nachtruhe innerhalb weniger Wochen zurück. Und wenn Ihr Vierbeiner abends wieder zufrieden auf seine Decke sinkt und erst am Morgen den Kopf hebt, haben Sie beide etwas gewonnen: eine durchgeschlafene Nacht.

Häufige Fragen, wenn der Hund nachts nicht durchschläft

Ab wann sollte ich mit meinem Vierbeiner zum Tierarzt?

Wenn Ihr Hund nachts nicht durchschläft und die unruhigen Nächte länger als ein bis zwei Wochen anhalten, sich kein äußerer Auslöser finden lässt oder weitere Zeichen dazukommen wie Husten, vermehrtes Trinken, Hecheln oder verändertes Verhalten am Tag. Bei Seniorhunden sollten Sie die Ursachen etwas früher abklären lassen.

Soll ich meinen Hund nachts beachten oder ignorieren?

Das hängt von der Ursache ab. Muss er raus, gehen Sie mit ihm, aber ohne großes Programm. Schläft er nicht, sondern meldet sich aus Langeweile oder um Aufmerksamkeit, verstärkt jede Reaktion das Verhalten. Schließen Sie im Zweifel zuerst ein echtes Bedürfnis aus und bleiben Sie dann konsequent ruhig.

Hilft ein zweiter Schlafplatz?

Oft ja. Manche Vierbeiner wechseln den Platz, weil ein einziger Ort ihnen nicht alles bietet, mal zu warm, mal zu hell. Ein zweiter Rückzugsort in einem ruhigeren oder kühleren Raum gibt dem Hund die Wahl und beendet das Umherwandern häufig von allein.

Mein Welpe schläft nachts nicht durch, ist das dasselbe?

Nein. Ein Welpe hat das Durchschlafen noch gar nicht gelernt und kann seine Blase körperlich noch nicht die ganze Nacht kontrollieren. Das ist ein anderer Fall als ein erwachsenes Tier, das plötzlich aufhört durchzuschlafen. Für die ersten Wochen mit einem Junghund hilft unser Beitrag Welpe schläft nachts nicht durch.