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Fieber bei Hunden erkennen und behandeln

Fieber sollte stets ernst genommen werden. Denn zum einen ist dieser meist eine Begleiterscheinung von anderen Krankheiten und zum anderen kann eine zu hohe Körpertemperatur selbst zur Gefahr werden. Wir erklären Ihnen, wie Sie Fieber beim Hund erkennen und behandeln können!

Ursachen sind vielfältig

Fieber unterstützt die Abwehrmechanismen des Körpers sowohl beim Menschen als auch bei Hunden. Das bedeutet jedoch auch, dass der Körper gerade mit etwas kämpft und hierfür Unterstützung benötigt. Unter anderem kann diese Begleiterscheinung bei immun bedingten Krankheiten wie Rheuma oder Polyarthritis auftreten. Aber auch Entzündungen von Darm, Prostata oder Gebärmutter können die Temperatur ansteigen lassen. Ebenso verhält es sich mit bakteriellen, viralen oder durch Parasiten hervorgerufene Infektionen. Die Liste an möglichen Ursachen ist dementsprechend lang, weshalb sich die Grunderkrankung nur selten am fiebrigen Zustand erkennen lässt. Hinzu kommt, dass es nur selten als alleiniges Symptom auftritt.

Es gibt viele Ursachen für Fieber bei Hunden
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Welche Symptome treten auf?

Fieber beim Hund erkennen Sie an verschiedenen Merkmalen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass nicht alle Symptome auftreten müssen. Viele Vierbeiner hecheln beispielsweise besonders stark. Denn durch das Hecheln sind sie fähig, ihre Körpertemperatur bis zu einem gewissen Grad zu regeln. Viele Tiere leiden zudem an Schüttelfrost, haben heiße Ohren und einen erhöhten Puls. Ein weiteres typisches Merkmal ist der sogenannte „Fieberkot“, welcher sich durch seine trockene und feste Konsistenz auszeichnet.

Wenn die Tiere "schlapp" sind, ist es häufig ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt
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Außerdem sind meist Auffälligkeiten im Verhalten des Haustieres zu bemerken. Ein typisches Anzeichen ist beispielsweise Appetitlosigkeit, denn oft wird das Futter verweigert. Wenn selbst das köstlichste Leckerli oder ein knackiger Hundekausnack verschmäht wird und Ihr tierischer Freund schlapp und müde wirkt, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Sollten Sie Symptome wie diese bemerken, ist es ratsam, die Temperatur des Hundes zu messen.

Temperatur messen: ab wann müssen Sie sich sorgen machen?

Um die Körpertemperatur zu messen, reicht ein herkömmliches Fieberthermometer. Dieses wird zunächst mit etwas Vaseline benetzt und anschließend dem Tier rektal eingeführt. Die meisten Fieberthermometer piepsen nach einer gewissen Zeit, bis dahin sollte das Thermometer ruhig gehalten werden. Falls Ihr Haustier noch nicht mit dieser Situation vertraut ist, können sie versuchen, es behutsam zu beruhigen. Am besten ist es, wenn Sie eine Person suchen, die Ihnen dabei hilft. Gehen Sie auf jeden Fall sorgsam vor. Die Temperatur können Sie dann ablesen:

  • Normaltemperatur: 37,5 bis 39,0 Grad
  • erhöht: 39 bis 40 Grad
  • Fieber: ab 40 Grad
  • hoch: ab 41 Grad
  • lebensbedrohlich: ab 41 Grad und langanhaltend
  • akut lebensbedrohlich: ab 42 Grad
Fieber messen beim Hund geht im Grunde wie bei Menschen - rektal
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An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Körpertemperatur auch durch starke körperliche Belastung ansteigen kann. Wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner sportlich aktiv waren, kann es durchaus vorkommen, dass die Normaltemperatur kurzfristig auf 39 Grad ansteigt.

Fieber beim Hund behandeln: wie vorgehen?

Zunächst einmal, keine Panik! Wenn das Fieber beim Hund nur kurz anhält oder nicht besonders ausgeprägt ist, klingt es meist von selbst wieder ab. Allerdings ist es ratsam, in dieser Zeit gewisse Dinge zu berücksichtigen. Zum einen sollte Ihr Haustier sich unbedingt ausruhen und sich nicht körperlich anstrengen. Denn lange Spaziergänge und ausgiebiges Toben verlangen körperlich einiges ab. Zu beachten ist auch, dass fiebrige Tiere relativ rasch dehydrieren können. Stellen Sie daher sicher, dass Ihr Haustier ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, und animieren Sie es bei Bedarf zum Trinken. Alternativ können Sie auch einen kleinen Löffel oder eine Spritze (ohne Nadel) mit Wasser füllen und Ihrem Hund vorsichtig in den Mund träufeln. Wenn der Vierbeiner jedoch die Wasseraufnahme völlig verweigert, bieten Sie ihm abgekühlte Fleischbrühe an.

Der Hund sollte viel Flüssigkeit zu sich nehmen
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Pflegemaßnahmen

Bei Fieber kommen gerne kalte Kompressen zum Einsatz – und das nicht nur bei Menschen. Die Kompressen können ebenso das Fieber beim Hund senken. Feuchten Sie hierfür Handtücher mit Wasser an und legen Sie diese Ihrem Haustier auf den Nacken, Pfoten, Beine, Bauch oder Kopf. Wechseln Sie die Handtücher regelmäßig aus, sobald diese trocken oder aufgewärmt sind. Wenn die Körpertemperatur trotz dieser Maßnahmen nicht sinkt oder sich die Symptome sogar verschlimmern, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden!

Grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren vierbeinigen Freund immer zu einem Tierarzt bringen!

Insbesondere bei Welpen und älteren Hunden ist Vorsicht geboten, ebenso bei Tieren, die bereits an einer chronischen Krankheit leiden. Ein Tierarztbesuch ist zudem empfehlenswert, wenn die Temperatur über 40 Grad liegt und sich weitere Krankheitszeichen bemerkbar machen. Der Arzt wird sein Bestes tun, um die Ursache und somit die Grunderkrankung zu eruieren und zu behandeln. Meist verschreibt er Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente, welche die Krankheit behandeln und zugleich das Fieber senken.

Im Zweifelsfall immer zum Tierarzt gehen!
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Anhaltendes Fieber immer ernst nehmen!

Fieber beim Hund ist im Grunde genommen keine Krankheit und kann auch von selbst wieder abklingen. Wenn die Körpertemperatur jedoch zu sehr ansteigt, kann dies unter anderem zu Organversagen führen und somit lebensbedrohlich sein. Abgesehen davon ist ein fiebriger Zustand meist eine Begleiterscheinung einer Krankheit, sodass die Ursache hierfür stets eruiert werden sollte. Fieber beim Hund zu erkennen ist zwar ein Leichtes, aber die Behandlung sollte dennoch von einem Tierarzt erfolgen.