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Blaualgen: Hund in Gefahr

«Darum sollten Sie betroffene Gewässer unbedingt meiden»

Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, sind in jedem Sommer für das qualvolle Sterben zahlreicher Hunde verantwortlich. Am Tegeler See in Berlin-Reinickendorf wurden in den vergangenen zwei Jahren bereits 17 Vierbeiner Opfer einer Vergiftung, nachdem sie in diesem Gewässer gebadet oder Seewasser getrunken hatten. 15 von ihnen konnten trotz veterinärmedizinischer Intensivbehandlung nicht gerettet werden. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome eine Blaualgenvergiftung auslöst und wie Sie die Gesundheit Ihres Haustieres schützen.

Blaualgen – wo kommen sie vor und wie erkenne ich sie?

Ihr Name ist ein wenig irreführend, denn Blaualgen sind eigentlich Bakterien, die deutschlandweit sowohl in langsam fließenden als auch in stehenden Gewässern vorkommen. Man findet sie vor allem in seichten Bereichen von Seen, Teichen, Tümpeln, Bächen sowie in Wasserpfützen, die über längere Zeit hinweg dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt waren. Ein starker Algenbefall ist an der ausgeprägten Trübung und Grünfärbung des Wassers erkennbar.

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Wenn sich Blaualgen aufgrund anhaltender Hitze und fehlender Niederschläge explosionsartig vermehren, bilden sie zudem Schaumansammlungen und undurchsichtige Schlieren an der Wasseroberfläche. Diese sogenannte Algenblüte kann für Ihren Vierbeiner ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen. Achtung: Auch grüne oder blau-grüne Ablagerungen an Steinen in Ufernähe können gefährliche Algentoxine enthalten. Gehen Sie also auch nicht zu nah an das Ufer, um etwa kleine Suchspiele mit Kausnacks oder andere Hundespiele durchzuführen.

Sind alle Blaualgen für Hunde giftig?

Nein. Die meisten (der rund 200 bekannten) Blaualgenarten produzieren keine Giftstoffe, die Tier oder Mensch gefährlich werden könnten. Problematisch ist nur, dass sich das Aussehen giftiger Blaualgen nicht von dem der ungiftigen unterscheidet. Daher gilt: Meiden Sie trübe Gewässer, die bläulich-grüne Verfärbungen oder andere sichtbare Verunreinigungen wie Schlieren und Schaumteppiche aufweisen.

Welche Ursachen stecken hinter der Plage?

Bei anhaltender Hitze und direkter Sonneneinstrahlung kommt es zu einer verstärkten Algenbildung in stehenden Gewässern. Aber auch ruhige Bereiche in fließenden Gewässern sowie flache Uferbereiche am Meer können von einer Blaualgenplage betroffen sein.

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Besonders gefährdet sind Wasserstellen, in die Phosphate oder andere Düngemittel aus dem landwirtschaftlichen Bereich abgeleitet werden. Eine ausgeprägte Blaualgenblüte führt häufig zu einem akuten Fischsterben. Finden Sie in Ufernähe verendete Tiere, sowohl Fische als auch Vögel und kleine Säugetiere, können Sie davon ausgehen, dass die Wasserqualität negativ beeinträchtigt ist.

Wie werden Cyanobakterien im Wasser nachgewiesen?

Viele Städte und Gemeinden prüfen regelmäßig die Wasserqualität regionaler Badeseen, um Menschen und deren Haustiere vor einer Blaualgenvergiftung zu bewahren. Denn giftige Blaualgenarten lassen sich nicht auf den ersten Blick von ungiftigen Vertretern ihrer Art unterscheiden. Erst eine mikroskopische Analyse gibt Aufschluss darüber, ob eine Verunreinigung durch Cyanobakterien vorliegt. Bestätigt sich dieser Verdacht, werden offizielle Warnungen herausgegeben oder sogar Badeverbote verhängt. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Medienberichterstattung in der eigenen Region zu verfolgen.

Ist mein Hund gefährdet?

Schwimmfreudige Vierbeiner, die im Sommer gerne Abkühlung in Seen oder Bächen suchen, sind häufig von Blaualgenvergiftungen betroffen. Gesundheitsgefahr besteht für Hunde, aber auch für Nutz- und Wildtiere, die:

  • mit Blaualgentoxinen verseuchtes Wasser trinken
  • an angeschwemmten Blaualgenteilen kauen
  • Algenmatten an Uferböschungen annagen
  • an algenbewachsenen Steinen lecken

Es ist daher ratsam, Haustieren das Schwimmen und Waten in kontaminierten Gewässern zu verbieten. Kam es dennoch zu einem Kontakt mit algenverseuchtem Wasser, sollte der Vierbeiner schnellstmöglich gebadet werden. Beobachten Sie ihn genau und lassen Sie ihm keine Möglichkeit, sein Fell oder die Hundepfoten abzulecken.

Sind Cyanobakterien auch für Menschen schädlich?

Die gefährlichsten Algenbakterien, die sowohl Mensch als auch Tier schaden, sind Tychonema-Bakterien. Grundsätzlich kommen sie eher in kälteren Regionen vor, beispielsweise in Skandinavien oder Kanada. In jüngster Vergangenheit konnten sie jedoch auch im Tegeler See sowie in anderen deutschen Gewässern nachgewiesen werden. Kommen Menschen beim Baden mit Blaualgentoxinen in Kontakt, treten in weiterer Folge schmerzhafte Hautreizungen sowie Augen- und Ohrenentzündungen auf. Beim Verschlucken von Wasser drohen zudem Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit sowie Fieberschübe.

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Kinder oder Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten bei deutlich sichtbarer Algenblüte keinesfalls im betroffenen Gewässer schwimmen. Auch das Spielen in Ufernähe ist zu vermeiden.

Blaualgenvergiftung beim Hund – Symptome erkennen

Giftige Blaualgen sind nicht eindeutig als solche zu erkennen. Behalten Sie Ihren Hund deshalb nach jedem Spaziergang in der Nähe eines Gewässers im Auge. Folgende Symptome, die innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten nach dem Kontakt mit Cyanobakterien auftreten, können auf eine Vergiftung hindeuten:

  • Lethargie und allgemeines Unwohlsein
  • Starkes Speicheln
  • Fieber
  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • Orientierungslosigkeit
  • Zuckungen und Krämpfe
  • Lähmungserscheinungen
  • Atemprobleme oder Atemnot

Behandlung und Prognose bei Blaualgenvergiftungen

Sollte Ihr Liebling eines oder mehrere der oben genannten Symptome zeigen, dürfen Sie keine Zeit verlieren. Bringen Sie ihn schnellstmöglich zu einem Tierarzt oder in eine nahe gelegene Tierklinik, denn der Kontakt mit Blaualgen kann für Ihren Hund schwerwiegende Folgen haben. Er benötigt sofort eine intensivmedizinische Versorgung, anderenfalls drohen Kreislaufprobleme, Atemaussetzer sowie Leber- und Nierenversagen.

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Kontakt mit oder Aufnahme von Blaualgen ist für Ihren Hund lebensbedrohlich

Manche Blaualgen sind giftig und im schlimmsten Fall sogar tödlich für Vierbeiner. Leiten Sie diese Information bitte auch an befreundete Hundehalter weiter – sie kann Leben retten. Hier noch ein paar abschließende Tipps für Ihren nächsten Spaziergang: Leinen Sie Ihren vierbeinigen Freund in der Nähe von Gewässern an und erlauben Sie ihm keinesfalls, trübes, schaumiges oder mit grünlichen Schlieren durchzogenes Wasser zu trinken. Halten Sie stattdessen selbst frisches Trinkwasser (in einer Flasche oder einem tragbaren Napf) bereit, das Sie Ihrem Hund bei Bedarf anbieten können.